Es ist die erste wilde Orchidee des Jahres: das Blasse Knabenkraut. Schon im April zeigt es seine zartgelben Blüten. Die Chancen, es zu sehen, sind allerdings sehr gering, denn es ist ziemlich selten.
Blasses Knabenkraut: Blüten ohne Zeichnung
Das Blasse Knabenkraut (Orchis pallens) wird etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch. Am Boden trägt es vier bis sechs glänzende, längliche Laubblätter. Auffällig sind die zehn bis 30 Blüten, die keine Zeichnung haben. Die Lippe ist dreigeteilt, die mittleren Kelch- und Kronblätter bilden einen Helm, die seitlichen Kelchblätter ragen schräg oder gerade nach oben.
Zarter Duft nach Holunder
Die Blüten verströmen einen leicht holunderartigen Duft. Deshalb könnte man die Pflanze mit dem Holunderknabenkraut verwechseln, das den Duft sogar im Namen trägt. Allerdings haben dessen Blüten-Lippen eine rote Zeichnung. Außerdem sieht man es sehr häufig in dichter Nachbarschaft zur rotblütigen Variante. Das Blasse Knabenkraut gibt es nur mit gelben Blüten.
Vorliebe für Halbschatten
Sein bevorzugter Standort sind lichte Gebüsche, Waldränder und Lichtungen. Volle Sonne mag es nicht, es wächst lieber im Halbschatten, mag es aber warm. Der ideale Boden ist kalkhaltig und locker. Das Blasse Knabenkraut kommt in Deutschland vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen vor, gelegentlich kann man es auch in Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sehen. Seine Verbreitung reicht bis Spanien und in die Türkei hinein.
Kein Nektar für Bestäuber
Insekten, die die Blüten bestäuben – vor allem unterschiedliche Hummelarten -, bekommen für ihre Arbeit keinen Lohn: Die Orchidee bietet ihnen keinen Nektar an. Nach der Bestäubung bilden sich Fruchtkapseln, in denen die Samen heranreifen. Sie werden mit dem Wind verbreitet.
Das Blasse Knabenkraut ist sehr selten
Es gibt nur wenige Orte in Deutschland, an denen man das Blasse Knabenkraut sehen kann. Die Pflanze ist sehr selten. Gefahr droht ihr etwa durch Wildschweine und Dachse, die eine Vorliebe für die Knollen haben. Außerdem liegt ihre Blütezeit so früh, dass sie durch späte Fröste zusätzlich gefährdet ist. Auch Trockenperioden, zu frühes Mähen von Wiesen, auf denen sie wächst, und eine zu starke Verbuschung des Lebensraums machen ihr zu schaffen. Klar, dass das Blasse Knabenkraut wie alle heimischen Wildorchideen unter strengem Schutz steht.
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