Natur in der Stadt: Alles über Berlins grüne Seiten
Autor:Silke Böttcher
Was tut jemand, der die Natur liebt, in einer großen Stadt? Er (oder in meinem Fall: sie) sucht das wilde Berlin zwischen den Häusern. Ich lebe seit vielen Jahren in Berlin - und das sehr gerne -, habe lange über das Geschehen in der Stadt und in Brandenburg geschrieben. Jetzt ist das Reisen mein Thema - und das lässt sich hervorragend mit der Naturliebe verbinden.
Vor kurzem waren wir in einem Park bei uns ganz in der Nähe unterwegs. Und wurden von einem intensiven Duft angelockt. Er war herb, scharf und schwer, und wir waren nicht ganz sicher, ob er angenehm oder zu betäubend war. Für Fliegen und Käfer ist der Duft allerdings perfekt: Sie lieben das Aroma der Berberitze.
Das Frühling-Greiskraut gehört zu den Pflanzen, die von vielen Menschen als Unkraut bezeichnet werden. Dabei ist es mit seinen sonnengelben Blüten eine Schönheit. Es wächst auf sonnigen Brachflächen, an Böschungen und Wegrändern, aber auch auf lehmigen Äckern, und nutzt auch schon mal einen winzigen Spalt zwischen zwei Steinen im Boden.
Das Frühlings-Greiskraut blüht oft bis in den Herbst hinein
Ursprünglich kommt das Frühlings-Greiskraut (Senecio vernalis), das auch als Frühlings-Kreuzkraut bekannt ist und zur Familie der Korbblütler gehört, aus Südosteuropa. Auch in Regionen des Iran, Syriens und der Türkei ist es zu Hause. Es wird etwa 30 bis 50 Zentimeter hoch. Die Blütezeit liegt, wie der Name schon ahnen lässt, im Frühling (etwa April bis Juni). Aber so ganz hält es sich nicht immer an diese Zeit: Manchmal kann man die gelben Blüten sogar noch im späten Herbst sehen.
Wenn man sich die Pflanze anschaut, fallen die gefiederten, mit dünnem Filz bedeckten Blätter auf, die man auf den ersten Blick mit denen von Disteln verwechseln könnte. Allerdings gibt es hier keine Dornen.
Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge
Im Frühling könnte man die Pflanze mit dem Gewöhnlichen Kreuzkraut verwechseln, aber dessen Blüten sind deutlich kleiner. Besucht werden die Blüten von unterschiedlichen Wildbienenarten, Schmetterlingen und vielen Schmetterlingsraupen.
Die Samen werden vom Wind verbreitet
Nach der Blüte reifen die Samen heran, die an Schirmchen hängen und vom Wind verbreitet werden. In dieser Zeit könnte man das Frühlings-Greiskraut (zumindest dann, wenn man nicht genau hinschaut) mit dem Löwenzahn verwechseln. Allerdings sind die Fruchtstände deutlich kleiner und die Schirmchen kürzer.
Frühlings-Greiskraut ist giftig
So schön das Frühlings-Greiskraut ist: Wie auch andere Greiskräuter ist es für Mensch und Tier giftig, es schützt sich mit sogenannten Pyrrolizidin-Alkaloiden vor Fressfeinden. Vieh meidet es auf der Weide, denn es ist extrem bitter. Um zu verhindern, dass es ins Winterfutter gerät, raten Naturschützer Landwirten, dafür nur Wiesen zu nutzen, auf denen die Pflanze nicht wächst. Imker sollten ihre Bienenstöcke nicht in die Nähe von Wiesen mit Greiskräutern stellen.
Das gilt auch für das verwandte Jakobs-Greiskraut, das im Sommer blüht und zu dem sich der NABU in einer Stellungnahme geäußert hat. Darin heißt es auch, dass die Pflanze regelmäßiges mahdunverträglich ist und sich auf regelmäßig gemähten Wiesen nicht ausbreiten kann.
Wenn Sie Frühlings-Greiskraut im Garten entdecken und entfernen möchten, sollten Sie Handschuhe anziehen. Denn manche Menschen reagieren mit Hautreizungen aufs Berühren der Pflanze.
Im Januar fand wieder die Stunde der Wintervögel statt. Viele Menschen haben bei der Aktion mitgemacht (145.000 haben über 3,27 Millionen Vögel gezählt), aber die Ergebnisse sind beunruhigend: Nur etwa 32 Vögel wurden im Schnitt pro Garten beobachtet – ein neuer Tiefstand. Als 2011 zum ersten Mal gezählt wurde, waren es noch 45,8 Vögel pro Garten. Auch häufige Arten wie Amsel, Fink, Meise und Spatz wurden an einigen Orten weniger beobachtet als früher.
Der Alpensalamander ist ein echter Überlebenskünstler. Er kommt mit unwirtlichen Gebieten problemlos zurecht, selbst in über 8000 Metern Höhe. Um auf diesen Spezialisten und die Gefährdung durch den Menschen aufmerksam zu machen, hat ihn die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) zum Lurch des Jahres 2026 gekürt.
Solitär stehende Zitterpappel- Baum des Jahres 2026 - im Botanischen Garten Hamburg
Die Zitterpappel macht ihrem Namen alle Ehre. Ein leichter Windhauch genügt, um ihre Blätter in Bewegung zu setzen. Und damit sorgt sie dafür, dass man sie beim Wandern eigentlich automatisch bemerkt. Jetzt wurde sie von der Dr. Silvius-Wodarz-Stiftung zum Baum des Jahres 2026 gekürt.
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