Kürzlich haben wir einen Pilz entdeckt, den wir vorher noch nie gesehen hatten: Es war ein Erdstern, der gerade in seiner ganzen Pracht im Wald stand. Wahrscheinlich hatte ihn der viele Regen der voherigen Tage zum Wachsen gebracht.
Eigene Pilzgattung
Erdsterne bilden eine Pilzgattung, und das Exemplar, das da im Wald stand, war ein Halskrausen-Erdstern (Gaestrum michelianum). Ein Stück entfernt wuchsen noch ein paar weitere, die ebenso prächtig aussahen. Sie alle bildeten tatsächlich deutlich erkennbare Sterne.
Der Erdstern liebt Laubwälder
Bevorzugter Lebensraum des Halskrausen-Erdsterns sind Laubwälder mit kalkreichen Böden mit mulchigen Stellen. Sehen kann man ihn vom Spätsommer bis in den späten Herbst. Bevor er seinen Stern bildet, sieht man nur eine geschlossene Knolle mit einem Durchmesser von drei bis fünf Zentimetern. Wenn er zu wachsen beginnt, bricht die äußere Hülle in meist fünf Lappen, die aussehen wie ein Stehkragen. Nach einiger Zeit biegen sich die Lappen nach unten und bilden den Stern, in dem der Fruchtkörper ruht. Auf dem Foto ist er etwas dunkler als der Rest des Pilzes.
Sporen wachsen im „Bauch“ heran
Erdsterne gehören wie Boviste und Stäublinge zu den Bauchpilzen. Sie bilden im Inneren des Fruchtkörpers die Sporen. Wenn sie reif sind, wird der Fruchtkkörper meist durch einen mechanischen Reiz (zum Beispiel einen kräftigen Regenguss) zum Aufplatzen gebracht – die Sporen schießen dann wie eine Staubwolke in die Luft. Auf diese Weise sichert der Pilz seine Vermehrung. Auf den Fotos kann man die Austrittsöffnung gut sehen. Das Sporenpulver des Erdsterns ist dunkel olivbraun.
Wichtige Aufgabe im Ökosystem
Die Pilze gehören zu den Saprobionten – sie besiedeln tote organische Materie wie zum Beispiel Holz und nehmen deren Nährstoffe auf. Sie zerlegen die Materie und machen sie für weitere Lebewesen nutzbar. Sie haben damit eine wichtige Aufgabe im Ökosystem. Sehen kann man Erdsterne überall in Europa, aber sie sind selten, auch wenn sie manchmal in kleinen Gruppen nebeneinander stehen.
Halskrausen-Erdstern: schön, aber ungenießbar
Giftig sind Erdsterne nicht, aber sie riechen und schmecken ranzig und unangenehm. Aber ehrlich gesagt – sie sind ohnehin viel zu schön, um aufgegessen zu werden!
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