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Seltene Begegnung: die Borstige Dolchwespe

Vor einigen Tagen ist uns in einer kleinen Straße ganz in der Nähe ein ungewöhnliches Insekt aufgefallen. Es war eine Borstige Dolchwespe, die in Deutschland sehr selten ist. Sie ließ sich den Nektar einer Goldrutenblüte schmecken und war ein unkompliziertes Fotomotiv.

Der Klimawandel brachte die Borstige Dolchwespe nach Mitteleuropa

Heimisch ist die Borstige Dolchwespe (Scolia hirta), die zu den Taillenwespen gehört, in Südeuropa. Der Klimawandel hat dafür gesorgt, dass sie inzwischen auch in Mitteleuropa zu sehen ist. Noch ist sie in Deutschland sehr selten – die Chancen, sie zu sehen, sind in Berlin und Brandenburg am größten.

Auffällige gelbe Binden am Körper

Das Insekt wird bis zu 2,2 Zentimeter lang. Beine und Körper sind behaart, der Körper fast vollständig schwarzglänzend. Die Flügel sind schwarzbraun, die Fühler (Antennen) haben die Form einer Keule. Auffälligstes Detail sind die gelben Binden auf dem zweiten Segment des Abdomens. Auf dem Foto ist das gut zu sehen. Verwechseln könnte man die Borstige Dolchwespe mit der Sechsfleckigen Dolchwespe – diese ist allerdings ein bisschen kleiner und ihre Binden sind weißlich-gelb und in der Mitte geteilt. Auch die Asiatische Hornisse sieht ähnlich aus. Diese invasive Art ist etwas größer, hat gelbe Beine und ein orangefarbenes Kopfschild.

Sonnenanbeterin auf Brachflächen

Bevorzugter Lebensraum der Borstigen Dolchwespe, die zwischen Juni und September unterwegs ist, sind offene Landschaften mit sandigen Böden, etwa Brachen, Dünen und Hänge mit viel Sonneneinstrahlung. Das Insekt ist ein echter Sonnenanbeter. Häufig kann man sie an blauen Blüten sehen – das Exemplar auf dem Foto hielt es aber mit gelben Blüten.

Eiablage an Engerlingen

Warum sie ihren Namen trägt, erfährt man, wenn man liest, wie die Dolchwespe ihren Nachwuchs versorgt. Sie nimmt dafür die Larven (Engerlinge) von Blatthornkäfern wie dem Rosenkäfer. Die Wespenweibchen buddeln sich in die Erde und stechen den Engerling. Das lähmt das Opfer, auf dem sie dann ihre Eier ablegt. Die Wespenlarven ernähren sich dann von dem Engerling.

Die Borstige Dolchwespe überwintert im Kokon

Die Überwinterung findet in einem Kokon statt, und im nächsten Frühjahr verpuppt sich die Borstige Dolchwespe. Wenig später schlüpft das fertige Insekt. Wenn Sie einem Exemplar begegnen, dürfen Sie sich freuen, denn in Deutschland ist es so selten, dass es auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten steht. Gefährlicih ist die Wespe übrigens nicht. Die Weibchen können zwar stechen, tun das aber nur, wenn sie sich sehr bedroht fühlen.

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