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Mal raus Wildes Berlin

Der Esel ist Haustier des Jahres 2022

Der Esel gehört zu den Tieren, die von vielen Menschen unterschätzt werden. Das erkennt man an den vielen Schimpfwörtern, in denen er eine Rolle spielt. Dumm soll er sein und störrisch noch dazu. Grund genug, das Image etwas aufzupolieren, dachte sich die Stiftung Bündnis Mensch & Tier* und kürte den Esel zum Haustier des Jahres 2022.

Esel wurden vor über 4000 Jahren domestiziert

Der Hausesel (Equus asinus asinus) ist ein Nachfahr des afrikanischen Wildesels, der in Wüstengebieten zuhause ist. Seine Artgenossen wurden schon vor über 4000 Jahren domestiziert – die kräftigen Tiere dienten als Lastenträger. Im Laufe der Zeit entwickelten sich unterschiedliche Rassen, darunter der riesige Poitou- und der winzige Zwergesel. Auch Kreuzungen mit Pferden gab es, aus denen Maultiere (gekreuzt aus Eselhengst und Pferdestute) und Maulesel (aus Pferdehengst und Eselstute) entstanden. Sie verbinden die Gelassenheit, Genügsamkeit und Trittsicherheit des Esels mit der Kraft des Pferdes.

Langohr mit scharfen Sinnen

Esel können mit ihren langen Ohren ausgezeichnet hören, aber auch ihr Seh- und Geruchssinn ist gut ausgeprägt. Nicht alle Eselrassen sind grau, es gibt auch braune und sogar Arten mit weißem Fell. Typisch sind der sogenannte Aalstrich auf dem Rücken und der weiße Rand ums Maul.

Dumm und störrisch? Von wegen!

In freier Wildbahn leben Esel in kleinen Gruppen, die meist von Stuten angeführt werden. Obwohl sie Fluchttiere sind, reagieren sie anders als Pferde bei Gefahr nicht panisch, sondern wägen ab, ob Flucht oder Verteidigung die bessere Strategie ist. Womit das mit der Dummheit schon mal widerlegt wäre. Tatsächlich überlegen auch domestizierte Esel, bevor sie etwas tun. Wenn sie zum Beispiel eine schmale Brücke über ein Gewässer gehen sollen, kann es sein, dass sie stehenbleiben. Und wenn ihnen der Weg unsicher erscheint, dann gehen sie nicht drüber. Das hat ihnen den Ruf eingebracht, störrisch zu sein. Dabei sind sie bloß vorsichtig.

Esel sind sanftmütig und sehr sozial

Übrigens sind Esel äußerst soziale Tiere, die gerne Umgang mit Artgenossen haben. Auch Menschen gegenüber sind sie freundlich, sanftmütig und gelassen, sie strahlen viel Ruhe aus. Kein Wunder, dass sie inzwischen sogar schon in der Psychotherapie eingesetzt werden. Ihre Intelligenz geht so weit, dass sie in der Lage sind, Gesten und Bewegungen von Menschen zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren.

Kommunikation mit Ohrbewegung, Schnauben und I-Aah

Ihre Kommunikation ist auch vielschichtig. Mit dem typischen „I-Ah“ begrüßen sie sich und zeigen Freude, zartes Schnauben und Dösen mit halb geschlossenen Augen stehen für Entspannung. Wenn die Ohren aufrecht stehen und sie schnauben, ist das ein Signal für Angst. Und wenn sie abrupt stehen bleiben, mit dem Kopf nicken und die Ohren zur Seite kippen, zeigen sie damit, dass sie mit einer Situation überfordert sind.

Bitte nicht allein halten

Nur alleine sind Esel nicht gerne. Wer Esel halten möchte, sollte deshalb kein Einzeltier kaufen, sondern mindestens zwei. Deren Bindung ist so eng, dass sie sogar depressiv werden können, wenn man sie trennt.

Wanderungen mit Eseln in Brandenburg

Eine wunderbare Methode, Eseln näherzukommen, sind Eselwanderungen. In Brandenburg gibt es mehrere Anbieter. Auf schönen Wegen geht es zum Beispiel im Fläming, der Prignitz und der Uckermark durch die Natur. Der Esel trägt Gepäck und auch mal ein kleines Kind auf seinem Rücken. Voran geht es im Eselstempo. Denn der graue Vierbeiner entscheidet, ob es vorangeht. Wenn er Lust darauf hat, am Wegrand Gras zu fressen, bedeutet das: Pause für die Zweibeiner., es gilt Tempo 2 oder 3 – und Stress ist wie weggeblasen!

Infos über Anbieter von Eselwanderungen:

Reiseland Brandenburg

Tourismus Uckermark

Packeseltouren

Esel-Freunde

Eselnomaden

*Die Stiftung Bündnis Mensch & Tier fördert eine respektvolle Beziehung zwischen Tieren und Menschen. Zu den wichtigen Themen gehört präventiver Tierschutz (Informationen über die Bedürfnisse von Tieren vor der Anschaffung).

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