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Cristiano Ronaldo und die Gammaeule

Wer sich fragt, woher die Gammaeule ihren Namen hat, der sollte dem Schmetterling mal genauer auf die Flügel gucken. Er trägt nämlich ein deutlich sichtbares weiß-silbriges Zeichen, das wie ein „Y“ oder wie ein Gamma, der dritte Buchstabe des griechischen Alphabets, aussieht. Manche Menschen sehen auch eine Pistole in dem Muster und nennen den Nachtfalter deshalb Pistoleneule.

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Wer sich fragt, woher die Gammaeule ihren Namen hat, der sollte dem Schmetterling mal genauer auf die Flügel gucken. Er trägt nämlich ein deutlich sichtbares weiß-silbriges Zeichen, das wie ein „Y“ oder wie ein Gamma, der dritte Buchstabe des griechischen Alphabets, aussieht. Manche Menschen sehen auch eine Pistole in dem Muster und nennen den Nachtfalter deshalb Pistoleneule.

Die Gammaeule gehört zur Familie der Eulenfalter

Der Schmetterling, der zur Familie der Eulenfalter gehört, kann sich ziemlich unsichtbar machen. Das Exemplar auf dem Foto hatte sich unter einem Blätterdach vor der Julisonne versteckt und ließ den Fototermin ziemlich entspannt über sich ergehen.

Flug wie ein Kolibri

Die Gammaeule (Autographa gamma) hat auf den ersten Blick Ähnlichkeit mit dem Taubenschwänzchen. Das gilt vor allem, wenn man sie fliegen sieht: Sie schwirrt wie ein Kolibri vor den Blüten – das tut das Taubenschwänzchen auch, es ist allerdings größer und hat einen massigeren Körper.

Vorliebe für Balkonblumen

Die Flügelspannweite der Gammaeule liegt bei etwa vier Zentimetern, die Zeichnung der Flügel ist – abgesehen vom Gamma – unauffällig braun-schwarz. Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum man den Schmetterling so selten sieht, obwohl er noch ziemlich häufig ist. Er lebt auch in Städten und sitzt gerne an Balkonblumen.

Unterwegs in der Dämmerung

Meist nimmt man ihn erst wahr, wenn er losfliegt: Der Schwirrflug ist für Schmetterlinge sonst eher ungewöhnlich. Unterwegs ist er vor allem in der Dämmerung und nachts, aber man kann ihn an heißen Sommertagen auch tagsüber sehen.

Kein Problem mit kühlen Temperaturen

Die Gammaeule gehört zu den Schmetterlingen, die sehr lange fliegen. Die ersten sind schon Ende Februar unterwegs, die letzten noch im Dezember. Haupt-Flugzeiten sind die Monate Mai bis Oktober.
Die Raupen des Falters sind übrigens ebenso geschickt im Unsichtbarmachen wie die ausgewachsenen Tiere. Sie kommen auf bis zu zweieinhalb Zentimeter und sind grünlich bis grüngrau. Am Rücken haben sie weiße Linien und Ringe.

Langer Saugrüssel

Dass die Gammaeule noch relativ häufig ist, liegt sicher auch daran, dass sie bei der Wahl ihrer Blütenpflanzen nicht sehr wählerisch ist. Sie nimmt, was kommt, und dank ihres langen Saugrüssels kann sie auch aus langkelchigen Blüten den Nektar heraussaugen. Eine gewisse Vorliebe hat der Schmetterling für den Nektar von Gemüsepflanzen. Das Exemplar auf dem Foto hatte sich ein Kürbisgewächs als Sonnenschutz ausgesucht.

Raupen lieben Löwenzahn

Nach der Paarung legt das Weibchen 250 bis 400 Eier an Pflanzen ab, die Raupen schlüpfen nach etwa 14 Tagen. Sie ernähren sich von Brennesseln, Löwenzahn und Salat.

Was die Gammaeule mit Cristiano Ronaldo zu tun hat

Die Gammaeule orientiert sich wie viele Nachtalter am Mondlicht. Aber auch künstliches Licht lockt sie an. Das gilt auch für Flutlicht in Sportstadien. Weil der Schmetterling auch menschlichen Schweiß liebt, gab es bei der Fußball-EM 2016 ein besonderes Spektakel: Vor Beginn des Endspiels im Stade de France in Paris umschwirrten tausende Gammaeulen die Spieler aus Portugal und Frankreich. Eine fand Superstar Cristiano Ronaldo so unwiderstehlich, dass sie sich auf dessen verschwitztes Gesicht setzte….

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