Die Gebänderte Heidelibelle ist ein auffälliges Geschöpf. Aber die Chancen, sie zu sehen, sind leider gering, denn die Schönheit ist extrem selten. Jetzt wurde sie von der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) und dem BUND zur Libelle des Jahres 2025 gekürt.
Gebänderte Heidelibelle mit auffälliger Flügelfärbung
„Die Gebänderte Heidlibelle ist eine der wenigen heimischen Großlibellen mit auffälliger Flügelfärbung und ein immer seltener werdender Schatz der deutschen Landschaft. Sie steht als Symbol nicht nur für beonders attraktive Großinsekten, sondern auch für die Notwendigkeit eines starken nationalen Artenschutzes über die gesamteuropäischen Schutzbemühungen hinaus“ – so erläutern BUND und GdO die Wahl. Denn es geht darum, auf die Gefährdung der Art durch Düngung und intensive Nutzung von Gewässern aufmerksam zu machen.
Auf der Roten Liste gefährdeter Insekten
Die Gebänderte Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum) steht stellvertretend für alle heimischen Libellenarten. Insgesamt gibt es 80 und 48 davon stehen auf der Roten Liste gefährdeter Insekten (Stufe 2 – stark gefährdet). Die Bestände der Libelle des Jahres sind in den vergangenen 20 Jahren stark zurückgegangen. In Deutschland kann man sie nur noch an wenigen Orten sehen, vor allem in Tief- und Flachlandbereichen etwa im Nordwesten, im Südosten, am Oberrhein und im Alpenvorland.
Vorliebe für vegetationsreiche Gewässer
Sie bevorzugt vegetationsreiche kleine Stillgewässer, Sumpfgebiete und die Auen größerer und kleinerer Fließgewässer. Als Sonnenanbeterin benötigt sie höherwüchsige Vegetation und Flachwasserbereiche, die sich im Sommer erwärmen.
Auffällige Flügel-Bänderung
Mit einer Körperlänge von bis zu 3,5 Zentimetern und einer Flügelspannweite von 4,5 bis 5,5 Zentimetern gehört die Gebänderte Heidelibelle zu den eher kleinen Libellen. Erkennen kann man sie an einer Bänderung an den Flügeln. Bei den Männchen kommt noch ein rotes Flügelmal dazu, beim Weibchen ist dieses Zeichen weißgelb.
Die männlichen Tiere haben einen leuchtend roten Körper, die Weibchen sind gelbbraun. Trotz der auffälligen Farbe können sich die Libellen im Uferbereich von kleinen Fließgewässern und Gräben gut unsichtbar machen.
Ausdauernder Flieger
Unterwegs ist das Insekt zwischen Ende Juli und Mitte September. Es ist ein guter Flieger, der bis zu 50 Kilometer Strecke zurücklegen kann! Allerdings sieht man es auch deshalb selten, weil es gern nah über dem Boden fliegt. Zum Ausruhen sucht es sich Grashalme. Die dienen dem Weibchen auch als Eiablagestelle.
Die Eier überstehen dort den Winter und kommen auch mit trockenen Phasen gut zurecht. Im nächsten Frühjahr oder Frühsommer schlüpfen die Larven und durchlaufen in etwa acht Wochen insgesamt elf Larvenstadien.
Schutz für die Gebänderte Heidelibelle
Um den weiteren Rückgang der Art zu verhindern, wären ausgewiesene Pufferzonen wichtig. In den Bereichen, in denen die Gebänderte Heidelibelle vorkommt, sollte auf Düngung und intensive Gewässernutzung verzichtet werden. Davon profitiert nicht nur diese, sondern viele andere Libellen- und Insektenarten. Und wer könnte sich einen Sommer ohne Libellen vorstellen?
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