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Was der Maronenröhrling mit der Esskastanie zu tun hat

Der Maronenröhrling, auch als Marone bekannt, ist einer der bekanntesten Speisepilze. Und einer der leckersten. Wer jetzt durch Brandenburgs Wälder kraxelt, könnte Glück haben und ein paar Prachtexemplare finden.

Der Maronenröhrling verfärbt sich blau

Seinen Namen verdankt der Pilz dem Umstand, dass sein Hut Ähnlichkeit mit einer Esskastanie hat. Manche nennen den Maronenröhrling (Imleria badia) aber auch Blaupilz. Das wiederum hat damit zu tun, dass sich die Röhren des Pilzes, wenn man darauf drückt, blau verfärben. Das ist auch ein gutes Erkennungsmerkmal.

Samtiger Hut

Der Maronenröhrling ist etwas kleiner als der sonst sehr ähnliche Steinpilz. Sein Hut ist kastanien- bis dunkelbraun, die Röhren sind gelbgrün, später olivgrün bis gelb, und der Stiel hat eine Längsfaserung (beim Steinpilz gibt es dagegen eine Netzstruktur). Bei jungen Exemplaren ist der Hut meist samtig, bei Regen wird er schmierig.

Ähnliche Pilze

Verwechseln könnte man die Marone nicht nur mit dem Steinpilz, sondern auch mit dem Gallenröhrling, der ungenießbar, aber nicht giftig ist. Er hat allerdings weiße bis rosafarbene Röhren, die sich auf Druck nicht blau verfärben.

In Naturschutzgebieten ist das Sammeln tabu

Bevorzugter Standort des Maronenröhrlings sind Nadel- und Laubwälder mit Fichten, Kiefern, Lärchen, Rotbuchen und Eichen. Saure Böden mag der Pilz besonders. Zu sehen ist er meist zwischen Juni und November. Die Hauptsaison beginnt Mitte September. Bitte bedenken Sie: In Naturschutzgebieten ist das Sammeln verboten!

Nicht roh verspeisen!

Bei Pilzsammlern gilt der Maronenröhrling als einer der wertvollsten Speisepilze, er hat ein angenehm nussiges Aroma. Besonders begehrt sind die jungen Exemplare, ältere sind häufig angefressen. Roh sollte man den Pilz allerdings nicht essen, weil er Stoffe enthält, die Magen-Darm-Störungen verursachen. Das gilt allerdings für viele Pilze.

So werden Pilze geerntet

Beim Pilzesammeln gilt: Sammeln Sie nur so viele, wie Sie verwerten können, und lassen Sie zu junge, zu alte oder angefressene Pilze stehen. Am besten drehen Sie die Pilze vorsichtig aus dem Boden oder schneiden sie mit einem scharfen Messer dicht über dem Boden ab. Ausreißen sollte man sie nicht, denn damit würde man das unterirdisch wachsende Pilzgeflecht, das Myzel, zerstören. Deshalb ist es auch zu empfehlen, das entstandene Loch wieder mit Erde oder Laub zu füllen, damit das Myzel nicht austrocknet.

„Auf der Leine“ trocknen

Wer seinen Korb voll hat, kann die Pilze übrigens sehr gut trocknen. Einfach gut putzen, in Scheiben schneiden und auf einer Schnur auffädeln, dann kann man sie sozusagen „auf der Leine“ trocknen. Wenn es ausnahmsweise mal schnell gehen muss, kann man die Scheiben auch auf Backpapier legen und im Backofen bei maximal 50 Grad (Umluft, Ofentür mit einem Holzlöffel leicht öffnen) etwa drei Stunden lang trocknen. Zwischendurch die Pilze immer mal wieder umdrehen.

Wenn Sie Maronenröhrlinge getrocknet haben, können Sie sie anschließend auch zu Pulver vermahlen und dann als Würze verwenden.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Am besten schmeckt der Maronenröhrling allerdings, wenn er innerhalb von 24 Stunden verzehrt wird. Dann sind seine wertvollen Inhaltsstoffe wie viel Eisen (1102 Mikrogramm auf 100 Gramm), Eiweiß, Jod, viel Kalium (348 Milligramm auf 100 Gramm), Kalzium, Magnesium, Mangan, Vitamin E, Zink, Natrium, Fluor, die B-Vitamine 2 und 5, Kupfer und essenzielle Aminosäuren noch enthalten. Übrigens: Der Pilz ist mit 27 Kalorien auf 100 Gramm sehr kalorienarm und dazu ziemlich eiweißreich (4,5 Gramm).

Ein Maronenröhrling-Rezept

Zubereiten kann man den Maronenröhrling auf viele Arten, am besten schmeckt er gebraten. Er hat ein so intensives Aroma, dass man eigentlich keine weiteren Gewürze braucht. Ein ganz einfaches Rezept: 500 Gramm Pilze putzen und klein schneiden. Eine kleine Zwiebel würfeln und in der Pfanne kurz anbraten. Pilze dazugeben und ebenfalls kurz anbraten, dann bei mittlerer Temperatur weiter braten, bis die Pilze Flüssigkeit verlieren.

Je länger die Pilze gebraten werden, desto kräftiger wird das Aroma. Anschließend noch drei Stängel glatte Petersilie, Salz und Pfeffer und nach Bedarf noch ein bisschen Butter dazugeben. So sind die Pilze eine tolle Zutat für Nudel- oder Reisgerichte.

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