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Tagaktiver Nachtfalter: das Rotkragen-Flechtenbärchen

Vor einigen Tagen ist mir zum ersten mal ein Rotkragen-Flechtenbärchen begegnet. Es saß auf einem Blatt, die Flügel ganz eng angelegt, und genoss die Wärme. Der kleine Schmetterling gehört zu den Arten, die zurzeit noch ungefährdet sind – zum Glück.

Das Rotkragen-Flechtenbärchen liebt Misch- und Nadelwälder

Das Rotkragen-Flechtenbärchen (Atolmis rubricollis) ist ein Nachtfalter, der zu den Bärenspinnern gehört. Sie leben in Misch-, Nadelwäldern und Auwäldern und mögen es ein bisschen feucht. So suchen sie zum Beispiel die Nähe von Bachläufen oder Torfwiesen. Meist sind sie nachts unterwegs, aber man kann sie auch am Tag sehen – dann sitzen sie meist auf Gräsern oder einem Blatt (wie das Foto zeigt).

Tiefschwarze Flügel

Die Schmetterlinge haben eine Flügelspannweite von etwa zweieinhalb bis drei Zentimetern. Flügel, Körper und Beine sind tiefschwarz, nur der Hinterleib und der namensgebende „Kragen“ sind orangerot gefärbt. Flugzeit ist zwischen Ende Mai und Ende Juli. Verbreitet sind sie in ganz Europa, sogar am Polarkreis könnte man ihnen begegnen.

Puppen überwintern unter Moos

Anschließend legt das Weibchen kleine, runde, weiße Eier an Zweigen von Bäumen und in Spalten an der Rinde ab. Dabei bevorzugen sie Bäume, die stark mit Flechten und Moosen bewachsen sind.

Die Raupen tragen Tarnfarbe und lange Haare

Ab August kann man die Raupen des Rotkragen-Flechtenbärchens sehen. Sie tragen Tarnfarbe – grau-gelb-weiß gemustert mit sechs roten Punktwarzen, aus denen lange Haarbüschel wachsen. Im Herbst verpuppen sie sich und verbringen den Winter in einem Gespinst vor allem unter Moos.
Ab und zu sind größere Mengen Raupen an Eichen, Buchen, Birken, Fichten oder Kiefern zu sehen. Grund zur Sorge gibt es allerdings nicht: Die Tiere fressen nur Moos und die Flechten an der Baumrinde (etwa die Gewöhnliche Gelbflechte) – sie sind keine Baumschädlinge.

Zahlen des Rotkragen-Flechtenbärchens gehen zurück

Obwohl das Rotkragen-Flechtenbärchen noch in vielen Regionen Deutschlands ungefährdet ist, gehen seine Bestände zurück. Das liegt unter anderem am Verschwinden der Hängemoose, von denen es sich ernährt. Sie reagieren empfindlich auf Luftverschmutzung.

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