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Die Alpen-Smaragdlibelle ist Libelle des Jahres 2023

Libellen sind die lautlosen Geschöpfe des Sommers. Und leider gehören sie zu den Verlieren des Klimawandels. Viele Arten sind inzwischen sehr selten, einige sogar schon vom Aussterben bedroht. Um auf diese besonderen Insekten aufmerksam zu machen, küren der BUND und die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen regelmäßig die Libelle des Jahres. 2023 ist die Alpen-Smaragdlibelle an der Reihe.

Die Alpen-Smaragdlibelle liebt kühle Höhenlagen

Die geflügelte Schönheit ist vom Aussterben bedroht. Aber man sieht sie auch deshalb selten, weil ihr Lebensraum für Menschen meist unzugänglich ist. Trotzdem kommt sie überall dort vor, wo es kühl ist. In Deutschland gehören Höhenlagen über 750 Meter z.B. im Harz, Thüringer Wald oder im Bayerischen Wald dazu.

Lebensraum Hochmoor

Vor allem Hoch- und Zwischenmoore sind die bevorzugten Lebensräume der Alpen-Smaragdlibelle (Somatochlora alpestris). Weil diese Lebensräume so extrem selten geworden sind, ist auch die Libelle stark gefährdet.

Grünschimmernde Augen

Sie wird etwa fünf Zentimeter lang und hat eine Flügelspannweite von bis zu sieben Zentimetern. An der Brust glänzt sie metallisch-grün, der Körper ist schwarzgrün. Die Augen sind blaugrün bis grün. Die Art ist nur schwer von der Arktischen Smaragdlibelle zu unterscheiden. Experten finden Unterschiede z.B. an der Äderung der Flügel.

Gewässer dürfen nicht austrocknen

Unterwegs ist die Alpen-Smaragdlibelle zwischen Juni und  August, manchmal bis in den September hinein. Sie sind Sonnenanbeter, die bei trübem Wetter nicht zu sehen sind. Wer sie beobachten will, kann sie auf der Wasserfläche, am Ufer und auf Schwingrasen sehen. Die Larven der Libelle bewohnen winzige Gewässer, in höheren Lagen auch kleine Seen. Wichtig ist, dass diese Gewässer nicht austrocknen.

Intensiver Schutz der Lebensräume ist wichtig

Grund für die Gefährdung der Libelle sind Austrocknung und Verlandung der Lebensräume und zu hohe Temperaturen. Deshalb ist der intensive Schutz der Biotope wichtig. Und bei dieser Art zeigt sich einmal mehr, wie bedeutsam es ist, energischer gegen den Klimawandel vorzugehen. Denn zeitweise hatten die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um den Lebensraum Moor zu schützen, erste Erfolge. Die Trockenheit der letzten Jahre wirkte sich allerdings wieder negativ aus. Das ist eine große Gefahr für die Tiere und Pflanzen, die in Mooren leben. Nicht nur für die Alpen-Smaragdlibelle.

Die Alpen-Smaragdlibelle ist eine von 80 heimischen Arten

Die Kür zur Libelle des Jahres 2023 soll darauf hinweisen, wie groß die Bedrohung für diese zarten Lebewesen ist: 48 der etwa 80 heimischen Libellenarten stehen inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten!

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