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Gemüse mit Doktorhut: die Rote Bete

Eigentlich müsste die Rote Bete einen Doktorhut tragen. Denn die Rübe, die gerade zum Gemüse der Jahre 2023 und 2024 gewählt wurde, ist geradezu unfassbar gesund. Lecker auch. Und vor allem: Man bekommt sie fast das ganze Jahr über.

Rote Bete ist Gemüse der Jahre 2023/24

Die Wahl des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. fiel auf die Rote Bete (Beta vulgaris), weil sie das Gemüse und seine Einsatzmöglichkeiten bekannter machen möchten. Denn die meisten Menschen kennen sie heutzutage nur als Sauerkonserve. Dabei ist sie außerordentlich vielfältig. Mit ihrem dunkelroten Fruchtfleisch ist sie zudem auch noch sehr dekorativ. Das ist sicher einer der Gründe, warum sie inzwischen dabei ist, ihren Ruf eines „Arme-Leute-Essens“ loszuwerden, und auch in der gehobenen Gastronomie eingesetzt wird.

Leckeres Wintergemüse

Ur- bzw. Wildform der Roten Bete (und auch z.B. von Futterrübe und Mangold) ist die Meerrübe (Beta vulgaris subsp. Maritima). Sie wächst am Mittelmeer und an einigen Küsten in Westeuropa. Sie hat allerdings nicht die verdickte Wurzel der Kultur-Rüben.

Die Rote Bete, auch als Rote Rübe, Rote Beete oder Rande (in der Schweiz) bekannt, gehört zu den Gänsefußgewächsen und ist u.a. auch mit dem Spinat verwandt. In Deutschland gilt sie als Wintergemüse. Ausgesät wird sie ab Mitte April, geerntet ab August bis zum ersten Frost. Weil sie gut gelagert werden kann (am besten kühl, aber frostfrei), bekommt man sie den ganzen Winter über, oft noch länger.

Auch die Blätter sind essbar

Die Rote Bete verdankt ihre Knollenform und die Farbe der jahrhundertelangen Kultivierung. Dabei entstanden auch gelbe, weiße oder weiß-rot geringelte Varianten. Die Blätter sind ebenfalls unterschiedlich gefärbt – einige Varianten haben grüne, andere dunkelrote oder grüne mit roten Blattadern. Auch sie sind essbar und richtig lecker. Oft stecken sie in Salatmischungen.

Süß-erdiger Geschmack

Typisch für die bis zu 600 Gramm schwere Knolle der Roten Bete ist ihr süßlich-erdiger Geschmack. Man kann sie roh – etwa als Salatzutat – oder gekocht verwenden, einlegen oder zu Suppe verarbeiten.

Knallrot und kalorienarm

Mit ihrem Wasseranteil von etwa 90 Prozent ist die Rote Bete sehr kalorienarm. Sie enthält sehr viele Nährstoffe, etwa Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor, außerdem Vitamin C, die Vitamine der B-Gruppe und Folsäure und reichlich Ballaststoffe. Die rote Farbe verdankt sie dem Farbstoff Betain. Und sie ist so intensiv, dass sie auch als Lebensmittel-Farbe verwendet wird. Wenn Sie die Rote Bete schälen und schneiden, sollten Sie Handschuhe tragen, denn die Farbe lässt sich nicht nur aus Textilien, sondern auch von der Haut nur schwer entfernen.

Rote Bete sollte einen Doktorhut tragen

Den Doktorhut verdient die Rote Bete, weil sie zudem viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Sie ist reich an Antioxidantien, die das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem unterstützen, Herzkrankheiten vorbeugen und Freie Radikale abfangen. Außerdem wirkt die Knolle auf den Bluthaushalt ein – Studien zeigen, dass das in ihr enthaltene Nitrat und die Stickstoffverbindungen gegen Bluthochdruck und Diabetes wirken. Und es gibt noch mehr: Rote Bete begünstigt die Blutbildung, soll vor Arterioskleose, Schlaganfällen und Herzinfarkt schützen und zudem Entzündungen und Übersäuerung entgegenwirken.

Legales Doping für Sportler

Sportler schwören auf Rote Bete. Sie ist ein legaler Leistungs-Kick. Viele Athleten gönnen sich vor dem Training ein Glas Rote-Bete-Saft und trinken ein weiteres nachher, um die Regeneration zu beschleunigen. Vor dem Sport sorgt der Genuss dafür, dass der Blutdruck gesenkt, die Blutgefäße erweitert und die Durchblutung der Organe verbessert werden. Das macht Ausdauersportler schneller und sie ermüden nicht so rasch. Studien beweisen das.

Vorsicht, Oxalsäure und Nitrat!

Auch Oxalsäure ist reichlich in den Knollen enthalten. Deshalb sollten Menschen, die unter Nierenbeschwerden (z.B. Nierensteinen) leiden, Rote Bete nur sparsam genießen. Aufgrund des Gehalts an Nitrat ist das Gemüse zudem für Säuglinge unter sechs Monaten nicht geeignet. Bei älteren Kindern gibt es dagegen keine Bedenken.

Im Garten anbauen – so geht’s

Die Rote Bete lässt sich gut im Garten anbauen. Ideal ist ein warmer, sonniger Standort, aber auch mit Halbschatten kommt sie zurecht. Der Boden sollte humusreich und locker sein. Samen können Sie schon ab Ende März in kleine Töpfe setzen und bei 20 Grad keimen lassen. Anschließend sollten Sie die Töpfe kühl stellen, damit die Pflanzen an kältere Temperaturen gewöhnt werden. Ab Mitte April kann die Rote Bete direkt ins Beet ausgesät werden. Wichtig: Lassen Sie genug Abstand (sieben bis zehn Zentimeter) zwischen den einzelnen Pflanzen! Die Rote Bete muss regelmäßig gewässert werden, Staunässe verträgt sie allerdings nicht. Junge Blätter können Sie mit dem Messer abschneiden und als Salatzutat verwenden. Die Pflanze bildet dann wieder neue Blätter.

Tipp: Weil sie den Boden auszehrt, ist es empfehlenswert, die Rote Bete erst nach vier Jahren wieder auf dem selben Beet anzubauen (Ähnliches gilt für Spinat und Mangold).

Rote Bete lässt sich gut lagern

Nach der Ernte können Sie die Knollen gut lagern (Blätter vorher abschneiden). Ideal sind Kisten mit feuchtem Sand: Legen Sie die Rüben so hinein, dass sie sich nicht gegenseitig berühren und die Haupt-Wurzel auf der Unterseite nicht beschädigt wird. In einem kühlen, luftfeuchten und dunklen Raum hält sich die Rote Bete bis zum nächsten Frühjahr.

Regional und saisonal

Wenn Sie Rote Bete kaufen, sollten Sie regionale und saisonale Ware bevorzugen. Achten Sie darauf, dass sich die Knollen prall und fest anfühlen, die Schale sollte intakt sein. Es gibt auch bereits vorgekochte Rote Bete (eingeschweißt) zu kaufen und Sie bekommen das Gemüse auch im Glas. Die schmeckt allerdings anders, weil sie eingelegt wurde.

Ein paar Rezept-Ideen

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die Knolle zuzubereiten. Ein paar Ideen:

-als Curry: Zwei bis drei Rote Bete schälen, in Würfel schneiden, in der Pfanne mit wenig Öl dünsten, bis sie leicht weich sind, dann nach Geschmack würzen und etwas Kokosmilch dazugeben. Mit Reis servieren
-als Suppe: Zwei bis drei Rote Bete schälen, in Würfel schneiden, dünsten, dann fein pürieren, nach Geschmack würzen und evtl. mit etwas Hafermilch verdünnen
-als Salat: Hier können Sie fertig vorgekochte Rote Bete nehmen oder Sie kochen die ungeschälte Knolle selbst etwa 40 Minuten mit Salzwasser, dann abkühlen lassen, schälen, in Scheiben schneiden (Handschuhe nicht vergessen) und mit Schafskäse, Frühlingszwiebel-Ringen und Walnüssen vermischen. Als Dressing vermischen Sie Olivenöl, Balsamico-Essig, Honig, Salz und frisch gemahlenen Pfeffer
-als Carpaccio: Hier spart die vorgekochte Variante Zeit. Abtropfen lassen, in Scheiben schneiden und mit ebenfalls in Scheiben geschnittenem Mozzarella auf einem Teller anrichten. Aus Essig, Öl, Honig, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette anrühren und über die Speise träufeln. Dann eventuell noch mit frischer Kresse bestreuen.
-als Smoothie: 400 Gramm frische Rote Bete, zwei Banane und zwei Äpfel in Würfel schneiden und in einen Hochleistungsmixer geben. 300 Milliliter Wasser, 100 Milliliter Haferdrink, 250 Milliliter Orangensaft (100 % Fruchtanteil), einen Esslöffel kaltgepresstes Öl, einen Teelöffel Kurkuma und Pfeffer dazugeben und mixen, bis eine cremige Konsistenz entsteht.

Auch als Bestandteil von Ofengemüse eignet sich die Rote Bete sehr, außerdem kann man aus ihr leckere Chips zaubern. So geht’s: Zwei bis drei Knollen waschen und schälen und mit einem Gemüsehobel in sehr dünne Scheiben schneiden. Backofen auf 160 Grad vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Scheiben darauf verteilen. Nach Geschmack einen bis zwei Teelöffel Olivenöl darüberträufeln. Mit einem Teelöffel Thymian bestreuen und im Ofen 30 bis 35 Minuten backen. Anschließend mit etwas Meersalz bestreuen und abkühlen lassen.

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