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Park & Platz Wildes Berlin

Das Geheimnis der Berberitze

Vor kurzem waren wir in einem Park bei uns ganz in der Nähe unterwegs. Und wurden von einem intensiven Duft angelockt. Er war herb, scharf und schwer, und wir waren nicht ganz sicher, ob er angenehm oder zu betäubend war. Für Fliegen und Käfer ist der Duft allerdings perfekt: Sie lieben das Aroma der Berberitze.

Die Berberitze hat stark duftende gelbe Blüten

Die Blüten der Berberitze (Berberis vulgaris) sind leuchtend gelb und leicht glockig geformt. Etwa 30 Blüten bilden einen traubigen Blütenstand. Beim Verteilen des Pollens ist die Pflanze raffiniert: Wenn ein Insekt landet und Druck auf die Staubfäden ausübt, klappen die Staubblätter ruckartig zum Griffel hin und drücken den klebrigen Pollen auf den Insektenkörper. Sollten Insekten ausbleiben, können sich die Blüten auch selbst bestäuben.

Der Strauch bietet Tieren Rückzugsmöglichkeiten

Die Berberitze, die auch als Sauerdorn bezeichnet wird, gehört – nicht weiter verwunderlich – zu den Berberitzengewächsen. Verwandt ist sie mit der Mahonie, die in es in Berlin ziemlich häufig gibt. Und wer jetzt denkt, dass sie ein Zuzügler ist, der täuscht sich: Der Strauch, der bis zu drei Meter hoch wird, kommt in ganz Europa natürlich vor. Er verträgt Licht, aber auch Halbschatten und bildet mit seinen Dornen eine undurchdringliche Hecke, die vielen kleinen Tieren Rückzugsmöglichkeiten bietet. Vögel nutzen sie gern zum Brüten.

Gesunde „Zitrone des Nordens“

Nach der Blüte vollzieht die Berberitze eine spannende Verwandlung: Im Herbst bilden sich leuchtend rote Früchte. Was legendäre Wissenschaftler wie Plinius schon in der Antike wussten, ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten: Die Früchte sind äußerst gesund (sie wirken zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Beschwerden und Verdauungsstörungen) und reich an Vitamin C, Ballaststoffen, Antioxidantien und Mineralstoffen. Die Pflanze wird manchmal auch als „Zitrone des Nordens“ bezeichnet.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr

Das gilt allerdings nur für die Früchte und auch nur für die Gewöhnliche Berberitze. In Parks stehen häufig Ziergehölze derselben Gattung (Berberis thunbergii), deren Früchte ungenießbar sind. Unterscheiden kann man sie daran, dass die Blüten der Zierpflanze meist nur zwei bis vier Blüten haben, während die Gewöhnliche Berberitze Trauben mit bis zu 30 Einzelblüten bildet. Die Blätter unterscheiden sich ebenfalls: Bei der Gewöhnlichen sind sie eiförmig und gezähnt,bei der Thunbergii rundlich und ganzrandig. Außerdem trägt die Gewöhnliche Berberitze dreiteilige Dornen (Thunbergii hat einfache Dornen).

Auf den ersten Blick könnte man die Berberitze auch mit der Stechpalme (Ilex) verwechseln. Die hat allerdings sehr glänzende Blätter mit Dornen.

Zutat für Säfte, Chutneys und Müslis

Die Früchte der Gewöhnlichen Berberitze schmecken herb-säuerlich. Der erste Frost macht sie milder (so wie bei der Schlehe). Wenn Sie sie vorher ernten, können Sie sie anschließend kurz einfrieren, um sie milder zu machen. Sie eignen sich als Zutat zu Säften, zum Aromatisieren von Essig, aber auch für Chutneys, Fruchtaufstriche und Gelees. Die getrockneten Früchte können Sie zum Verfeinern von Müslis oder Salaten verwenden, aber auch zu Teemischungen geben.

Getrocknete Früchte der Berberitze kaufen

In manchen Biomärkten können Sie getrocknete Berberitzenfrüchte kaufen. Tipp: Sie passen hervorragend zu Speisen der orientalischen Küche.

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