Der Blauregen ist ein absoluter Blickfang, der so manche Hausfassade schmückt. Die Pflanze, die auch unter dem Namen Glycinie bekannt ist, klettert bis zu 30 Meter hoch. Gerade wurde sie vom Botanischen Sondergarten Wandsbek zur Giftpflanze des Jahres 2024 gekürt.
Blauregen liebt es warm und sonnig
Blauregen (Gattungsname Wisteria) gibt es in unterschiedlichen Versionen. Heimisch ist er in Australien, China, Nordamerika und Ostasien. Aber auch in Europa fühlt er sich inzwischen sehr wohl und ist sogar ziemlich winterhart, hier sind vor allem der Japanische (Wisteria floribunda) und der Chinesische Blauregen (Wisteria sinensis) verbreitet. Die Pflanze wirft im Winter ihr Laub ab. Am besten gedeiht er dort, wo es warm und sonnig ist und die Böden nährstoffreich sind. Staunässe mag er aber nicht.
Beliebter Fassadenschmuck
Nach Europa kam der Blauregen als Zierpflanze, die ersten Exemplare wurden nach England eingeführt. Kein Wunder, denn er eignet sich nicht nur als Fassadenschmuck, sondern wird auch gerne als Spaliergewächs angepflanzt. Im Iya-Tal in Japan gibt es noch eine ganz andere Nutzung: Dort baute man Brücken aus den hölzernen Schlingtrieben. Sie wurden zusammengeflochten und mit Planken bedeckt.
Lilafarbene Blütentrauben
Die Pflanze bildet nämlich dicke, verholzende Sprossachsen, die aussehen wie Lianen. Im Frühling (ab April) bilden sich die Blüten, noch bevor die Blätter entstehen. Es sind leuchtend lilafarbene Schmetterlingsblüten in großen, hängenden Trauben. Die Blüten verbreiten einen intensiven Duft, den nicht nur Menschen mögen. Auch Bienen, Hummeln und andere Insekten lieben sie. Wenn das Wetter gut ist, kann es sein, dass der Blauregen im Spätsommer noch einmal blüht. Im Herbst bilden sich die Früchte, die an Gemüsebohnen erinnern.
Kleine Anekdote am Rande: Der Japanische Blauregen ist rechtswindend, der Chinesische linkswindend. Wer ein Spalier plant, sollte das bedenken.
Blauregen ist sehr giftig
So schön der Blauregen aussieht: Er ist stark giftig. Das liegt am Gehalt des Glykosids Wistarin, das vor allem in Rinde und Wurzeln vorkommt. Aber auch Blüten, Blättern, Samen, Harz und Hülsen enthalten giftige Alkaloide. Schon das Berühren von Rinde und Wurzeln kann Vergiftungssymptome auslösen. Beim Beschneiden der Pflanze sollte man deshalb Handschuhe tragen.
Wistarin kann Bauchschmerzen, Erbrechen, Magenbeschwerden, Schläfrigkeit und Kreislaufstörungen bis zum Kollaps verursachen. Vor allem für Kinder ist die Pflanze gefährlich: Schon zwei Saatkörner können erste Vergiftungserscheinungen auslösen. Wer Blauregen an der Fassade haben möchte, sollte das berücksichtigen und Kinder fernhalten.
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