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Der Choriner Wald ist das Waldgebiet des Jahres 2023

Der Choriner Wald ist ein ganz besonderes Stück Natur. Er umgibt das berühmte Zisterzienserkloster aus dem 13. Jahrhundert und gehört heute dem Land Brandenburg. Gerade wurde er vom Bund Deutscher Forstleute (BDF) zum Waldgebiet des Jahres 2023 gekürt.

Choriner Wald: von der Eiszeit geprägt

88 Quadratkilometer groß ist der von der Eiszeit geprägte Wald, der zum Biosphärenreservat Schorfheide gehört. Früher war der Wald im Besitz der Könige und des Klosters, heute kümmert sich die Oberförsterei Chrin um ihn und insgesamt um 19.400 Hektar Waldfläche.

Früher baumlos, heute  naturnaher Wald

Kaum zu glauben: Noch um 1800 war die Region um Chorin fast vollkommen entwaldet. Im 19. Jahrhundert begann man, neue Bäume anzupflanzen. Anfangs waren es vor allem Kiefern, die als Pionierbäume dienten.

Das berühmte Kloster Chorin ist von Wald umgeben Foto: Kerstin Schlopsnies/TMB
Das berühmte Kloster Chorin ist von Wald umgeben Foto: Kerstin Schlopsnies/TMB

Aber dabei blieb es nicht, wie Ines von Keller, Bundesgeschäftsführerin des BDF erklärt: „Die vor 200 Jahren entstandenen Kiefernwälder wurden von engagierten Forstleuten vorbildlich in Mischwälder umgewandelt, mit einem hohen Anteil von Buchen und Eichen.“ Schon zu DDR-Zeiten wurden hier naturnahe Waldbaumethoden angewandt, und nach wie vor wird der Wald naturnah und kahlschlagfrei bewirtschaftet.

Ziel: Klimaresistenz

Hinzu kommt das Ziel, aus dem Gebiet einen klimaresistenten Wald zu formen. Anhaltende Trockenheit und heiße Sommer sind besonders für Brandenburg ein großes Problem. Es gilt als Waldbrandbundesland Nummer eins in Deutschland.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es hier viele eiszeitliche Standorte gibt – sie repräsentieren Waldstandorte des gesamten norddeutschen Tieflandes. Auch deshalb lohnt sich ein Besuch dieses Waldes

Lern-Ort für Studierende

Studierende der nahegelegenen Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde sind Stammgäste in dem Wald – hier lernen sie naturnahe Waldwirtschaft. Auch deshalb hat der BDF das Waldgebiet ausgewählt. „Durch die enge Verzahnung mit der Wissenschaft mit zahlreichen Versuchsflächen“, so Ines von Keller, „sind im Choriner Wald etwa 60 Baumarten zu finden.“

Choriner Wald als Vorbild

Monokulturen, wie sie in vielen Regionen häufig sind, findet man hier nicht. Was es mit solchen Flächen auf sich hat und was einen Forst von einem Wald unterscheidet, erfahren Sie in den nächsten Tagen in einem weiteren Artikel über Waldgebiete – ich finde, das Thema ist aktueller denn je und verdient noch mehr Aufmerksamkeit. Und diesmal sind auch Sie gefragt, etwas zu tun!

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