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Die Goldmelisse: Duftende Schönheit im Garten

Was haben Goldmelisse, Indianernessel und Monarde gemeinsam? Es sind drei Namen für ein- und dasselbe Gewächs. Das wurde gerade vom Bund Deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres 2023 gekürt. Grund genug, es mal vorzustellen.

Die Goldmelisse ist auch als Indianernessel bekannt

100 Betriebe haben sich deutschlandweit zum Bund Deutscher Staudengärtner zusammengetan, und seit 2001 wählen sie regelmäßig die Staude des Jahres. 2023 wird es die Indianernessel (Monarda didyma), die mit ihren bunten Blütenköpfchen ein echter Blickfänger im Garten ist. Die Lippenblüten in Rot, Lila oder Pink sehen ein bisschen so aus wie eine Punker-Frisur – oder aber wie Federschmuck, was den Namen Indianernessel erklärt. Tatsächlich stammt die Pflanze aus Nordamerika.

Ein Botaniker als Pate für den Gattungsnamen

„In Europa“, so die Gartenbau-Ingenieurin Cornelia Pacalaj vom gartenbaulichen Lehr- und Versuchszentrum in Erfurt, „wurden Indianernesseln erstmals 1569 von dem spanischen Arzt und Botaniker Nicolás Monardes erwähnt, der sich mit potenziellen Heilpflanzen aus der Neuen Welt befasste.“ Ihm zu Ehren gab der Naturforscher Carl von Linné der Gattung den Namen Monarda.

Sie liebt Sonne und Halbschatten

Die Goldmelisse wird meist 80 Zentimeter hoch, gelegentlich auch höher. Ihre Blätter sind eiförmig mit gesägtem Blattrand, Blütezeit ist im Juni und Juli. Die Pflanze hat keine besonderen Ansprüche, ein durchlässiger und frischer Gartenboden ist ideal. Sie liebt Sonne und Halbschatten.

Zwei Arten für den Garten

Gartenbesitzer kennen vor allem zwei Monarda-Arten: die als Goldmelisse bekannte Monarda didyma und Monarda fistulosa, die auch den Namen Wilde Bergamotte trägt. Cornelia Pacalaj findet die Goldmelisse interessanter, weil sie so viele klare Farbtöne hat. Vorteil der Wilden Bergamotte wiederum ist ihre Robustheit – sie kommt mit Trockenheit besser zurecht. Oft werden deshalb Kreuzungen aus beiden Arten im Handel angeboten.

Gute Bienenweide

Weil sie viel süßen Nektar bildet, wird die Goldmelisse von vielen Insekten angeflogen und gilt deshalb als gute Bienenweide (vorausgesetzt, Sie kaufen keine Hybrid-Sorte, denn die produziert keine Samen). Bienen und Schmetterlinge gehören zu den regelmäßigen Besuchern der Pflanze, die sehr angenehm duftet. Übrigens: Mücken und andere stechende Insekten mögen den Duft nicht!

Oswego-Tee aus Goldmelisse

Aber sie kann noch mehr: Aus den Blättern kann man einen Tee zubereiten, dessen Geschmack ein bisschen an Earl Grey erinnert. Man kann sie auch als Würzmittel verwenden. Ähnliches gilt für die Blüten, die zu Tee verarbeitet werden, aber auch gut geeignet sind, um Tees und Salate zu aromatisieren. Tee aus der Goldmelisse ist auch als Oswego-Tee bekannt. Der Name kommt von einem amerikanischen Ureinwohnerstamm, der den Tee auch als Heilpflanze einsetzte: gegen Kopfschmerzen, Fieber, Bronchialleiden und Erkältung.

Passende Nachbar-Gewächse

Besonders gut passt die Goldmelisse zu Gewächsen wie Sonnenhut, Schafgarbe, Phlox, Kugellauch und Reitgras. Oder Sie stellen sie einfach in einen robusten Topf auf der Terrasse. Wenn Sie sie einmal im Jahr mit frischem Kompost versorgen, wächst sie besonders gut.

Monarda in mehreren Variationen

Übrigens gibt es noch mehr Monarada-Arten: die Zitronen- und die Rosen-Monarde, die beide ihren Namen alle Ehre machen, aber auch die Pferdeminze. Sie alle duften nicht nur sehr angenehm, sondern bringen auch viel Farbe in den Garten und locken Insekten an. Auch wenn die Pflanzen robust sind, sind sie anfällig gegen Echten Mehltau.

Milch gegen Mehltau

Verhindern können Sie den Befall, indem Sie die Pflanzen ausreichend weit auseinander setzen, sie nach der Blüte zurückschneiden und auf eine ausreichende Bewässerung (ohne Staunässe) achten. Falls doch mal Mehltau auftauchen sollte, hilft ein garantiert natürliches Mittel: Milch. So geht’s: Geben Sie einen Achtelliter Milch in einen Liter Wasser und besprühen die Pflanze damit einmal pro Woche.

Goldmelisse kaufen

In guten Gartencentern können Sie die Goldmelisse kaufen. Die Pflanze ist winterhart. Wenn sie verblüht ist, vertrocknen die überirdisch wachsenden Teile und können abgeschnitten werden. Wenn es sehr kalt werden sollte, können Sie den Boden mit Reisig und Tannenzweigen abdecken. Im kommenden Frühjahr treibt die Goldmelisse erneut aus.

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