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Warum die Kanadische Goldrute geliebt und gehasst wird

Der Spätsommer ist gelb. Ein Grund dafür ist die Kanadische Goldrute. Sie blüht im Moment praktisch überall in der Berliner Natur. Eine Pflanze mit leuchtend gelben Blütenrispen, die so ziemlich alles (abgesehen von Bäumen) überragt. Bis zu zwei Meter hoch kann die Goldrute werden, die noch bis Oktober Farbe ins Spiel bringt und deren winzige Blüten in dieser Zeit Schmetterlinge, Wildbienen und Schwebfliegen anlocken.

Die Kanadische Goldrute kommt aus Nordamerika

Ihren Namen verdankt die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) ihrer Herkunft. Allerdings wächst sie schon seit Jahrhunderten in Europa. Irgendwann entdeckten Gartenbesitzer das hübsche Gewächs und pflanzten es verstärkt an. Es hat wenig Ansprüche an den Boden – Schutt reicht ihm  vollkommen aus, es wächst auf Brachflächen, liebt aber auch Uferflächen und Auwälder.

Die Pflanze verbreitet sich rasant

Ihre Anspruchslosigkeit hat  aber auch eine weniger gute Seite. Die attraktive Einwanderin, die zu den Korbblütlern gehört, breitet sich überall rasant aus und verdrängt dadurch andere Arten. Dazu kommt, dass es in Europa keine Insekten gibt, die die Kanadische Goldrute zum Fressen gern haben – in ihrer Heimat Nordamerika leben hunderte von Fressinsekten von der Pflanze und halten sie damit in Schach. Die starke Vermehrung der invasiven Pflanze hat noch mehr Folgen: Wenn andere Gewächse verdrängt werden, verschwinden auch verschiedene Tierarten, die diese anderen Pflanzen als Nahrung brauchen.

Auf sensiblen Flächen wird die Kanadische Goldrute entfernt

Besonders Magerrasenflächen, also extensiv genutzte und nährstoffarme Rasenflächen mit einzelnem Strauchbewuchs, sind gefährdet, wenn sich die Kanadische Goldrute stark ausbreitet, denn auf diesen Biotopen wachsen nicht nur viele, sondern auch sehr seltene Pflanzen. Deshalb wird der Eindringling auf diesen Flächen oftmals bekämpft (zum Beispiel durch Schneiden vor der Blüte). Weil die Kanadische Goldrute aber gleichzeitig bei Wildbienen und anderen Insekten, die im Spätsommer sonst nicht allzu viele Blüten finden, sehr begehrt ist, wird sie nicht generell entfernt. Und so beschert uns diese umstrittene Schönheit immer wieder einen gelben Spätsommer.

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