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Hochgiftige Schönheit: der Weiße Stechapfel

Wenn man den Weißen Stechapfel so anschaut, kann man sich kaum vorstellen, dass er ziemlich giftig ist. Er ist nämlich eine echte Schönheit. Der Name der Gattung (Stechapfel) und der Familie (Nachtschattengewächse) sind allerdings schon gute Hinweise darauf, dass er zu den Giftpflanzen gehört.

Der Weiße Stechapfel ist ein Wärmeliebhaber

Bevorzugte Standorte des Weißen bzw. Gemeinen Stechapfels (Datura stramonium) sind Schutt- und Brachflächen, Wegränder und aufgelassene Gärten. Er mag Wärme und Licht und liebt feuchte, nährstoffreiche Böden. Ursprünglich stammt das Nachtschattengewächs aus Mexiko, aber schon im 16. Jahrhundert tauchten erste Exemplare in Europa auf.

Trompetenförmige Blüten

Erkennen kann man die Giftpflanze, die je nach Standort zwischen 30 Zentimeter und 1,20 Meter hoch wird, an den großen, asymmetrisch gezackten Blättern und den Blüten, die zwischen Juni und Oktober zu sehen sind: Wer schon mal eine Engelstrompete gesehen hat, erkennt die große Ähnlichkeit. Die Blüten sind weiß und haben bis zu zehn Zentimeter lange Kronblätter, die eine trompetenähnliche Form bilden. Sie öffnen sich abends und duften dann angenehm süß. Das lockt einige Nachtfalter an. Tagfalter und Bienen dagegen haben kein Interesse an den Blüten.

Die Früchte sind stachelig

Das Exemplar auf dem Foto trug auch schon eine Frucht – den namensgebenden Stechapfel. Der hat feste Stacheln, die unterschiedlich lang sind. Sobald die Samen reif sind, öffnet sich die Frucht und gibt sie frei – verbreitet werden sie mit dem Wind, aber auch am Fell von Tieren. Wenn es warm genug ist (um die 20 Grad), brauchen sie nur etwa drei Wochen, um zu keimen.

Giftige Inhaltsstoffe

Der Stechapfel enthält giftige Alkaloide. Das gilt für alle Pflanzenteile, besonders aber für die Früchte und Samen. Schon kleine Mengen sind gefährlich und können Übelkeit, Sehstörungen, heftige Unruhe, Sinnestäuschungen und sogar Atemlähmungen verursachen. Amerikanische Ureinwohner nutzten die berauschende Wirkung früher für religiöse Zeremonien.

Die Homöopathie verwendet die sehr stark verdünnten Inhaltsstoffe des Stechapfels in unterschiedlichen Medikamenten, aber in der Medizin findet die Pflanze ansonsten keinen Einsatz – es gibt schlicht weniger giftige Alternativen.

Stechapfel im Garten – was tun?

Auch wenn die Pflanze dekorativ ist: Wer Kinder oder Haustiere hat, sollte sie wegen ihrer Giftigkeit lieber nicht im Garten anpflanzen. Wenn Sie eine Pflanze im Garten entdecken, ist es am besten, sie mitsamt Wurzel auszugraben und zu vernichten. Ziehen Sie dafür Handschuhe an und vermeiden Sie Hautkontakt.

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