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Seltene Fliegenfalle: die Osterluzei

Die Gewöhnliche Osterluzei ist eine der Pflanzen, denen man in Berlin und Brandenburg nur selten begegnet. Das liegt vielleicht auch daran, dass sie eine Vorliebe für Weinbaugebiete hat. Manchmal aber steht sie sogar ganz einfach am Wegrand, mitten in der Großstadt.

Die Osterluzei duftet nach Obst

Wer genau hinschaut, stellt fest, dass die Osterluzei (Aristolochia clematitis) eine spektakuläre Schönheit ist. Mit herzförmigen Blättern und langen röhrenförmigen gelben Blüten, die einen etwas an Obst erinnernden Duft verströmen. Blütezeit ist im Mai.

Vorliebe für Weinberge

Bis zu einen Meter hoch kann die Pflanze werden, die manchmal ganze Teppiche bildet. Das liegt daran, dass sich die Wurzeln stark verzweigen. Neben Weinbergen wächst sie an Böschungen, Waldrändern und in Auwäldern.

Fliegen fangen für die Vermehrung

Die Pflanze hat eine ungewöhnliche Methode, sich bestäuben zu lassen. Sie ist eine Fliegenfalle. Die Blüte hat im oberen Teil die Form einer Tüte. Kleine Insekten landen an dieser Stelle und krabbeln hinein. Die Blütenröhre hat viele nach unten gerichtete Haare, die die Insekten daran hindern, zurückzukommen. Erst wenn sich die Staubbeutel geöffnet und die Insekten die Pollen aufgenommen haben, geben die Härchen den Weg nach draußen wieder frei.

Die Pflanze steht auf der Roten Liste

Die Vorliebe für Weingebiete ist einer der Gründe, warum die Osterluzei so selten geworden ist. Denn viele Weinberge wurden von vermeintlichen Unkräutern befreit. Das hat dazu geführt, dass die Osterluzei inzwischen vielerorts auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Das hat Folgen: Der Osterluzeifalter, ein Schmetterling, der seine Eier ausschließlich auf den Trieben dieser Pflanze ablegt, ist hierzulande inzwischen leider ausgestorben.

Einwanderin aus dem Mittelmeerraum

Ursprünglich kommt die Osterluzei aus dem Mittelmeergebiet. Sie wurde nach Mitteleuropa gebracht, weil sie schon im Altertum medizinisch genutzt wurde. Man nutzte sie zum Heilen von Wunden, gegen Schlangenbisse. Auch zur Erleichterung der Geburt wurde sie verwendet – darauf weist der Gattungsname „Aristolochia“ hin (griechisch aristos = das Beste; lochelos = zum Gebären) hin. Mit Ostern hat sie übrigens nichts zu tun, der deutsche Name ist eine Verballhornung des Wortes Aristolochia.

Die Osterluzei ist giftig

Damals war allerdings noch nicht bekannt, dass die Pflanze, vor allem die in ihr enthaltenen Aristolochiasäuren, als krebserregend gelten. Die giftigen Stoffe können auch Magengeschwüre und Krämpfe verursachen.

Wenn Sie beim Wandern eine Osterluzei sehen, lassen Sie es stehen und freuen sich an dem Anblick dieser seltenen Schönheit.

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