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Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026

Das Rebhuhn wurde gerade zum Vogel des Jahres 2026 gekürt. Was nicht wirklich überraschend ist, denn es ist sehr selten und hat etwas mehr Aufmerksamkeit dringend nötig. Manchmal kann man es auf Äckern oder Feldern sehen oder hören, aber die Chancen werden immer geringer.

Viele Stimmen für eine bedrohte Art

„Mit dem Rebhuhn ist ein stark bedrohter Vogel gewählt worden“, sagt der NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler, der sich über die hohe Beteiligung bei der Wahl zum Vogel des Jahres freut. 81.855 Stimmen (44,5 Prozent) fielen auf das Rebhuhn, in weitem Abstand folgen Amsel, Waldohreule, Schleiereule und Zwergtaucher.

Das Rebhuhn ruft seinen Namen

Früher wurde der Vogel auch „Repphuhn“ genannt, und das ist ein Hinweis auf den Ruf, den das Männchen ausstößt: ein raues Schnarren, das klingt wie – nun ja – Repp. Am ehesten hört man die Tiere frühmorgens oder am Abend. Sie gehören zur Ordnung der Hühnervögel und der Familie der Fasanenartigen, aber anders als Fasane haben sie ein zurückhaltenderes Gefieder. Was auch Sinn macht, denn das Rebhuhn (Perdix perdix) lebt am Boden und muss sich deshalb gut tarnen können.

Gute Tarnung durch graues Gefieder

Tatsächlich fällt der Vogel dank seines grauen Gefieders mit rotbraunen Flecken an der Seite auf Äckern und Feldern kaum auf. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur wenig, die Männchen tragen aber zusätzlich noch einen rotbraunen Bauchfleck. Der Kopf ist bei beiden Geschlechtern rötlich, der Hals grau.

Intensive Landwirtschaft gefährdet den Vogel

Das Rebhuhn gehört zu den Kulturfolgern, und das wurde ihm inzwischen zum Verhängnis. Denn die intensive Landwirtschaft mit Feldern ohne Büsche an den Rändern und mit Einsatz von Pestiziden ist kein Lebensraum mehr für den Vogel, der auf diesen Flächen keine Nahrung mehr findet.

Die Altvögel sind Vegetarier

Wichtigste Nahrungsquellen des Rebhuhns sind Samen von Wildkräutern und Getreide und Grasspitzen. Ab und zu landet auch ein kleiner Stein im Schnabel – er ist eine natürliche Verdauungshilfe. Während die Altvögel fast ausschließlich vegetarisch leben, ernähren sie ihre Küken mit Insekten und Spinnen.

Ein Nest am Boden

Ihr Tarngefieder sorgt dafür, dass die Vögel auf den Feldern nicht zu sehen sind. Das ist auch deshalb wichtig, weil Rebhühner ihre Nester auf dem Boden bauen. Im Schnitt legt das Weibchen 20 Eier, und der Nachwuchs schlüpft meist am gleichen Tag. Was viel Arbeit für die Eltern bedeutet, die die Jungen fünf Wochen füttern, bis sie selbstständig sind. Trotzdem bleiben die Familien noch bis zum Winter zusammen.

Hilfe für das Rebhuhn

Damit das Rebhuhn eine Chance hat, zu überleben, ist mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft nötig. Dazu gehören große, ungenutzte Flächen. Die braucht der Vogel, um sicher zu sein vor Fressfeinden. Auf den Flächen sollte extensive Landwirtschaft betrieben werden – mit Verzicht auf Pestizide. Auf diese Weise wird auch der Bestand an Insekten und Wildkräutern gesichert, von denen sich die Vögel ernähren.

Falls Sie bei einer Wanderung Rebhühner entdecken, können Sie Ihre Beobachtung melden: beim NABU-Naturgucker oder beim Dachverband der Deutschen Avifaunisten (DDA).

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