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Der Igelstachelbart ist Pilz des Jahres 2026

Manche Menschen nennen den Igelstachelbart auch „Löwenmähne“. Und das passt – wie ich finde – sogar noch besser zu ihm, der gerade von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum Pilz des Jahres 2026 gekürt wurde! Denn sehr stachelig sieht er nicht aus, eher so, als trüge er ein weiches Fell. Eines vorab: Wenn Sie ein Exemplar im Wald entdecken, sollten Sie es nur bewundern und nicht abschneiden.

Der Igelstachelbart wächst an Totholz

Der Igelstachelbart (Hericium erinaceus) gehört zu den holzzersetzenden Weißfäulepilzen. Meist wächst er an frischem Totholz von stehenden oder liegenden Buchen oder Eichen. Sein Fruchtkörper ist weißlich bis leicht gelb und kann bis zu 30 Zentimeter Durchmesser haben. An der Oberseite sind kurze Stacheln zu sehen. Der Fruchtkörper bildet sich zwischen September und November.

Ein guter Speisepilz, aber…

Sein bevorzugter Lebensraum sind naturnahe Laubmischwälder mit reichlich Totholzbestand. Vor allem in der Nord-Ostdeutschen Tiefebene können Sie ihn sehen, im Süden ist er selten. Oder besser: seltener, denn in ganz Deutschland steht er auf der Liste der bedrohten Arten (Kategorie 2 – stark gefährdet). Deshalb sollten Sie den Igelstachelbart auch stehenlassen, wenn Sie ihn entdecken – obwohl er ein guter Speisepilz mit Hühnchenfleisch-ähnlicher Konsistenz und einem fruchtig-milden Geschmack ist. Aber er ist ohne Probleme in Delikatess-Läden erhältlich (meist unter der Bezeichnung „Pom-Pom“).

Alternativ können Sie ihn von einem Pilzzuchtbetrieb (z.B. Pilzmännchen-Shop, SaatGut Hassler oder Pilzbrut) als Kulturpilz kaufen und innerhalb von zwei bis drei Wochen selbst züchten. Dort erfahren Sie auch genau, wie das funktioniert.

Der Igelstachelbart als Heilmittel

In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist der Igelstachelbart als wertvolles Heilmittel bekannt. Er enthält bioaktive Verbindungen wie Hericenone und Erinacene, die sich positiv auf die Gehirnfunktion auswirken und z.B. bei degenerativen Nervenkrankheiten hilfreich sein können. Anbieter verdienen gut mit den Heilpilzen (2024 waren es in Deutschland bis zu 35 Millionen US-Dollar, weltweit sogar 270 Millionen).

Zubereitung in der Küche

Sie können Igelstachelbart in Scheiben schneiden und braten und dann z.B. mit Gemüse, Pilzknödeln oder Kartoffelplätzchen servieren. Auch als veganes Steak oder als Burger-Patty eignet er sich. Tipp: Sie müssen kein Fett in die Pfanne geben, sollten den Pilz aber immer wieder wenden und mit einem Löffel leicht zusammendrücken.

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