Wenn der Singschwan im Nationalpark Unteres Odertal ist, dann wird es in der sonst so stillen Landschaft laut. Sehr laut. Denn der große Vogel ist gesellig. Und ziemlich laut. Sein melancholischer Ruf erinnert an das Trompeten der Kraniche. Weil Singschwäne sehr mitteilungsbedürftig sind, empfängt den Besucher eine Kakophonie aus Kreischen, Schnattern und Rufen. Vom 30. Januar bis 1. Februar bekommt man neben dem Schwanengesang auch noch reichlich Information über die geflügelten Wintergäste: Dann finden in Criewenwieder die Singschwantage statt.
Der Singschwan überwintert in Deutschland
Mit ihrem schneeweißen Gefieder, den schwarzen Beinen und dem gelbschwarzen Schnabel sind die Singschwäne eine spektakuläre Erscheinung. Im Sommer kann man sie in Brandenburg nicht beobachten, denn sie sind Gäste aus dem Norden, die den Winter im milderen Deutschland verbringen oder – wenn es hier doch zu kalt werden sollte – weiterfliegen an den Atlantik. Schnee und Eis machen ihnen aber nur wenig aus.
Nicht verwechseln mit dem Höckerschwan
Aus der Ferne könnte man den Singschwan mit dem heimischen Höckerschwan verwechseln, aber der ist ein bisschen größer und hat außerdem einen orangeroten Schnabel.
Posaunenkonzert in der Winterlandschaft
Am ehesten sieht man den Singschwan auf Äckern und Wiesen, oft auch an Seen und anderen größeren Gewässern. Er ernährt sich von Sämereien und Wasserpflanzen. Und wenn er fliegt (was auch ein grandioses Schauspiel ist, besonders bei blauem Himmel), dann ist sein posaunenartiger, weicher Ruf kilometerweit zu hören. Ein eindrucksvolles Winterkonzert!
Singschwan-Tage mit Exkursionen zu den Futterplätzen
Zwischen 500 und 1500 Singschwäne überwintern im Nationalpark Unteres Odertal, und wer sie hören will, der sollte jetzt kommen. Denn ab Februar beginnt die Paarungszeit, und dann scheinen die Vögel noch singfreudiger zu sein. Bei den Singschwantagen vom 30. Januar bis 1. Februar in Criewen bekommt man noch viele Informationen über die schönen Tiere. Eröffnet wird das Fest am 30. Januar um 15.30 Uhr vom Nationalparkleiter Dirk Treichel. Dazu gibt es musikalische Begleitung, einen Vortrag und eine Abendexkursion zu den Singschwänen.
Kleiner Markt im Besucherzentrum
An allen Festtagen gibt es Vorträge, kostenlose Ranger-Wanderungen und ein spannendes Programm. Im Besucherzentrum Criewen lockt zudem ein kleiner Markt mit regionalen Leckereien von Backwaren über Gegrilltes und Kuchen bis zum Glühwein.
Fährtenlese-Tour und musikalischer Bummel
Ein Höhepunkt ist die Fährtenlese-Tour mit Benedikt Jackowski von Hiddentracks (Sonntag, 11 Uhr, Kosten: 30 Euro, Anmeldung bis 29. Januar unter info@hiddentracks.eu). Hinweis: Es kann sehr kalt werden, deshalb sollten Sie an sehr warme und wetterfeste Kleidung denken.
Am Samstag und Sonntag um 13 Uhr gibt es einen musikalisch-literarischen Bummel durch den Nationalpark. Er steht unter dem passenden Motto „Wenn ein Schwan singt…“. Besucher erfahren viel über den Singschwan, seine Sprache und allgemein die Wunderwelt des Winters. Geleitet wird die Führung von Thomas Röhlinger (Dauer: zwei bis drei Stunden, Kosten: 15 Euro, Kinder bis 14 Jahren 8 Euro, Anmeldung: roehlitom@yahoo.de).
Termin: 30. Januar bis 1. Februar, Ort: Nationalparkzentrum Unteres Odertal, Am Speicher 3, 16303 Schwedt/OT Criewen. Die Veranstaltungen außer den mit Preisangaben genannten sind kostenlos, Spenden werden aber gern entgegengenommen.
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