Im Januar fand wieder die Stunde der Wintervögel statt. Viele Menschen haben bei der Aktion mitgemacht (145.000 haben über 3,27 Millionen Vögel gezählt), aber die Ergebnisse sind beunruhigend: Nur etwa 32 Vögel wurden im Schnitt pro Garten beobachtet – ein neuer Tiefstand. Als 2011 zum ersten Mal gezählt wurde, waren es noch 45,8 Vögel pro Garten. Auch häufige Arten wie Amsel, Fink, Meise und Spatz wurden an einigen Orten weniger beobachtet als früher.
In Berlin sanken die Zahlen beim Spatz um 46 Prozent
Der Haussperling, auch als Spatz bekannt, wurde bundesweit 15 Prozent weniger gezählt, in Berlin sogar 46 Prozent. Noch ist unklar, woran das liegt. Der NABU-Naturschutzexperte Julian Heiermann erklärt, dass Brutplatz- und Nahrungsmangel große Probleme sind. In diesem Jahr kommt auch noch das kalte Wetter dazu, das die Situation noch verschlechtert haben könnte.
Mehr Blau- und Kohlmeisen
Es gab allerdings auch gute Nachrichten. In vielen Gebieten meldeten die Menschen mehr Amseln, Blaumeisen, Kohlmeisen und Buchfinken, und auch weniger häufige Arten wie Goldammer, Schwanzmeise und Zaunkönig wurden mehr gezählt als im vorigen Jahr.
Bundesweit bleibt der Haussperling auf Platz 1, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling. Die Plätze sechs bis zehn belegen Buchfink, Elster, Rotkehlchen, Ringeltaube und Grünfink.
Neue Siegerin in Berlin ist die Kohlmeise
In Berlin hat die Kohlmeise den Haussperling vom Siegerpodest auf Platz zwei verdrängt (plus acht Prozent im Vergleich zu 2025, der Haussperling wurde 46 Prozent weniger gezählt). Dahinter folgen Blaumeise, Nebelkrähe, Ringeltaube, Amsel, Elster, Straßentaube, Rotkehlchen und Stockente. Das Rotkehlchen legte um 38 Prozent zu. Auf Platz 13 landete die Schwanzmeise, die um 94 Prozent zulegte, der Erlenzeisig (Platz 27) stieg sogar um 124 Prozent. Ein Sorgenkind ist der Feldsperling (Platz 16), dessen Zahl um 31 Prozent sank.
In Brandenburg wurden mehr Rotkehlchen und Buchfinken gezählt
In Brandenburg behält der Spatz den ersten Platz, gefolgt von Kohl- und Blaumeise, Feldsperling, Amsel, Elster, Ringeltaube, Rotkehlchen, Buch- und Grünfink. Bei der Amsel stieg die Zahl um 33 Prozent, beim Rotkehlchen um 42 Prozent und beim Buchfink sogar um 73 Prozent. Ein Gewinner ist auch der Kormoran, der um stolze 683 Prozent zulegte und auf Platz 16 landete.
Seidenschwanz-Sichtungen in Norddeutschland
In Norddeutschland wurden in diesem Jahr wieder mehr Seidenschwänze beobachtet. Die Gäste verlassen ihre Lebensräume in der Taiga, Nordskandinavien und Russland, wenn es sehr kalt ist und wenig Nahrung gibt. Auch wenn uns der deutsche Winter in diesem Jahr besonders eisig vorkommt: Für die Seidenschwänze ist das Wetter offensichtlich genau richtig.
Der Spatz leidet unter dem Verlust von Brutplätzen und Nahrung
In vielen Großstädten geht die Zahl des Haussperlings seit Jahren zurück. Wo früher im Gebüsch lautes Tschilpen zu hören war, herrscht heute Stille. Ein großes Problem für den Vogel, der gern in Nischen und Spalten von Dächern und Fassaden brütet, sind Gebäudesanierungen, durch die geeignete Nistplätze verloren gehen. Flächenversiegelung und eine naturferne Pflege von Grünflächen lassen Insekten verschwinden, von denen sich der Spatz ernährt (und viele andere Vogelarten auch).
Sie möchten gern bei der nächsten Vogelzählung mitmachen? Dann merken Sie sich den 8. bis 10. Mai vor – an diesem Wochenende findet die Stunde der Gartenvögel statt.
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