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Woher das Taubenschwänzchen seinen Namen hat

Haben Sie schon mal ein Taubenschwänzchen gesehen? Der wird gerne auch als „Kolibri-Schwärmer“ bezeichnet, weil er mit blitzschnellem Flügelschlag vor den Blüten flattert und dabei mit seinem drei Zentimeter langen Rüssel Nektar saugt. Ganz so, wie ein Kolibri. Nur eben viel kleiner.

Taubenschwänzchen im Schwirrflug

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) gehört zur Familie der Schwärmer. Er ist ein Nachtfalter, der seinen Namen der Tatsache verdankt, dass er am Hinterleib schwarz-weiße „Haarbüschel“ trägt, die an die Schwanzfedern einer Taube erinnern. Tatsächlich aber sind es keine Haare, sondern Schuppen, die eine lebenswichtige Aufgabe haben: Sie sind das Navigationssystem des Schmetterlings und sorgen dafür, dass er beim Schwirrflug seine Position vor der Blüte halten kann.

Unscheinbarer Schmetterling

Ansonsten ist das Taubenschwänzchen trotz seiner Flügelspannweite von bis zu fünf Zentimetern eher unauffällig. Seine Flügeloberseiten sind braungrau und tragen zwei wellige dunkle Binden. Die Hinterflügel sind braunorange mit schwarzem Rand. Wenn der Schmetterling irgendwo sitzt, verschmilzt er mit seiner Umgebung. Wer genau hinsieht und ihn entdeckt, bemerkt dann seine dreieckige Körperform, die typisch ist für Schwärmer.

Geschickter Weitflieger

Im Flug könnte man das Taubenschwänzchen mit der Gammaeule verwechseln, die auch im Flug saugt. Oder mit dem Hummelschwärmer – er allerdings hat durchsichtige Flügel. A propos Flügel: Die sind beim Taubenschwänzchen stark genug, um mal eben 2000 Kilometer zurückzulegen.

Bis zu 80 Stundenkilometer schnell

Das übrigens in weniger als zwei Wochen! Möglich ist das, weil er auf bis zu 80 Stundenkilometer kommt. Der Schmetterling ist aber nicht nur schnell, sondern auch sehr wendig. Er braucht meist nur einen Anlauf, um mit seinem Rüssel die Blütenkelche zu treffen. Und bei Bedarf kann er sogar rückwärts fliegen.

Eiablage an Labkraut-Pflanzen

Der Schmetterling überwintert als einziger Schwärmer als ausgewachsenes Tier, aber weil er keinen Frost verträgt, war er bisher in Deutschland eher selten. Das hat sich inzwischen geändert, das Taubenschwänzchen ist inzwischen vor allem in milden Regionen heimisch geworden. Die Tiere, die überwintert haben, legen im März ihre Eier an Labkraut-Pflanzen ab, die Raupen schlüpfen im Juni.

Einwanderungs-Wellen aus dem Süden

Schmetterlinge, die aus dem Süden kommen, sind ab April zu sehen, manchmal gibt es wahre „Einwanderungs-Wellen“. Ihr Nachwuchs schlüpft im Juli und ist jetzt unterwegs.

Vorliebe für offene Naturbereiche

Lieblings-Lebensraum des Taubenschwänzchens sind offene Naturbereiche, in denen es nektarreiche Futterpflanzen gibt. Dazu gehören Trockenrasen und Wiesen, aber auch Parks, Gärten und sogar Balkons mit Wildblumen. Für die Eiablage braucht der Schmetterling Nektar- und Raupenfutter-Pflanzen. Das ist wichtig, weil das Weibchen während der Eiablage regelmäßig Nektar saugen muss.

Bis zu 100 Blüten pro Minute

Ideal sind sonnige Wiesen, Äcker und Waldränder, auf denen vor allem Labkräuter, aber auch Weidenröschen, Fingerhut, Natternkopf, Storchschnabel oder Sternmiere wachsen. Dabei saugt der Schmetterling an Doldenblütlern bis zu 100 Blüten pro Minute aus, am Tag kommt er auf bis zu 5000 Blüten!

Unterwegs am Tag und auch bei Regen

Während die meisten Schwärmer vor allem nachts unterwegs sind, ist das Taubenschwänzchen tagaktiv, gelegentlich (vor allem bei großer Hitze) sieht man es aber auch in der Dämmerung. Regenwetter kann es ebensowenig vom Fliegen abhalten wie kühle Temperaturen um zehn Grad. Wenn es kälter sind, kann man ihn manchmal dabei beobachten, wie sie auf einer Pflanze sitzen und vibrieren. Oder sie suchen sie sonnige Flecken auf Steinen, um sich aufzuwärmen.

So können Sie dem Taubenschwänzchen helfen

Übrigens: Wenn Sie gerne Taubenschwänzchen beobachten möchten, dann sollten Sie im Garten oder auf dem Balkon passende Nektarpflanzen – neben Labkraut zum Beispiel Schmetterlingsflieder – anbauen. Der Schmetterling ist standorttreu: Wenn er einmal eine gute Futterquelle entdeckt hat, kehrt er immer wieder dorthin zurück.

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