Die Zitterpappel macht ihrem Namen alle Ehre. Ein leichter Windhauch genügt, um ihre Blätter in Bewegung zu setzen. Und damit sorgt sie dafür, dass man sie beim Wandern eigentlich automatisch bemerkt. Jetzt wurde sie von der Dr. Silvius-Wodarz-Stiftung zum Baum des Jahres 2026 gekürt.
Die Zitterpappel ist eine eindrucksvolle Erscheinung
Nicht nur ihre flirrenden Blätter machen die Zitterpappel (Populus tremula), auch als Espe bekannt, zu etwas Besonderem. Sie ist mit bis zu 25 Metern Höhe eine eindrucksvolle Erscheinung. Sehen kann man sie in ganz Europa und in vielen anderen Ländern. Am liebsten mag sie Waldränder, lichte Wälder oder offene Landschaften, in denen sie mit ihrer rundlichen Krone das Bild prägt. Weil sie in der Lage ist, sich über Wurzelausläufer zu vermehren, kommt sie mit Stürmen oder Bränden besser zurecht, denn sie kann schnell neue Bestände bilden.
47.000 Espen bilden das älteste Lebewesen der Erde
Die Bestände können auch sehr groß werden: Im Fishlake National Forest in Utah (USA) bilden 47.000 genetisch identische männliche Amerikanische Espen „Pando“, auch als „Trembling Giant“ bezeichnet. Pando ist das älteste und schwerste bekannte Lebewesen der Erde. Er bewohnt eine Fläche von 43 Hektar und wiegt inklusive Wurzeln sechs Millionen Kilogramm.
Ein Pionierbaum, der Wälder regeneriert
Die Zitterpappel ist ein Pionierbaum, der schnell offene Flächen besiedelt. Damit kann sie auch geschädigte Wälder regenerieren und Tieren einen neuen Lebensraum bieten. Und das sind viele: Über 60 Schmetterlingsarten leben von und mit der Espe, Singvögel finden reichlich Insekten zwischen den Blättern und am Stamm und für Spechte ist das weiche Holz verlockend, weil sie weniger Arbeit mit dem Zimmern ihrer Wohnung haben.
Auch Menschen haben das Holz schon immer gern verwendet und daraus leichte Möbel, Papier, Sperrholz oder Streichhölzer gemacht. Die Rinde, die Salicylate enthält, wurde früher gegen Fieber, Schmerzen und rheumatische Beschwerden verwendet. Auch in den Blättern steckt der Stoff, der ein Abkömmling der Salicylsäure ist (bekannt z.B. als Wirkstoff in Schmerztabletten). Junge Blätter sind essbar und können z.B. für Salate verwendeter wie Sauerkraut fermentiert werden.

Männliche und weibliche Bäume
Junge Zitterpappeln haben eine glatte, graugrüne Rinde, später wird sie dunkler und rissig. Am auffälligsten aber sind die runden Blätter, die schon auf die kleinste Brise reagieren. Nicht weniger eindrucksvoll sind die Blüten, die im Frühjahr erscheinen. Espen sind zweihäusig, das bedeutet, dass sie entweder männlich oder weiblich sind. Die Kätzchen der männlichen Bäume werden bis zu zehn Zentimeter lang, während die der weiblichen etwa vier Zentimeter lang werden. Bestäubt werden die Blüten durch den Wind. Wenn die winzigen Samen freigelassen werden, sieht es manchmal so aus, als ob es schneit.
Die wertvollen Eigenschaften der Zitterpappel
In der Forstwirtschaft ist die Zitterpappel beliebt, weil sie als Pionierbaum schnell Brachflächen begrünt. Außerdem wirkt der klimaresistente Baum bodenverbessernd und er schützt Alleen und Felder vor Winderosion. Und spätestens im Herbst zeigt der Baum noch eine weitere besondere Seite: Dann färben sich die Blätter leuchtend gelb – ein herrlicher Anblick.
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