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Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist Schmetterling des Jahres 2026

Der Schmetterling des Jahres hat einen sehr langen Namen, den bisher nur wenige kannten. Das soll sich jetzt ändern, denn der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling wurde von der BUND Naturschutzstiftung und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen (Melanargia e.V.) zum Schmetterling des Jahres 2026 gekürt.

Anspruchsvolle Art

Mit der Wahl des unscheinbaren zimtbraunen Schmetterlings soll auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, denen er ausgeliefert ist: intensive Landnutzung und die Klimakrise. Der Falter mit etwa drei Zentimetern Spannweite ist ein ökologischer Spezialist: Er braucht für seinen Lebenszyklus eine Pflanze und ein Tier – beide trägt er in seinem langen Namen.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling lebt von einer Blüte

Die Blüten des Großen Wiesenknopfs dienen ihm während seiner Flugzeit im Juli und August als Lebensort, von dem er sich ernährt, an dem er sich paart und an dem das Weibchen die Eier ablegt. Die Larven ernähren sich von den Blüten und wandern anschließend zum Boden.

Die Rolle der Ameisen

Dort kommt das zweite Lebewesen im Namen des Falters ins Spiel: Die Larven lassen sich von Knotenameisen in ihre Nester tragen. Das gelingt ihnen durch einen Trick: Sie können den Duft von Ameisenlarven täuschend echt nachahmen. Im Ameisennest ernähren sich die Schmetterlingslarven von der Ameisenbrut. Eine Raupe frisst etwa 600 Ameisenlarven! Gut genährt verpuppt sie sich und schlüpft im nächsten Sommer als ausgewachsener Falter.

Der Schmetterling wird immer seltener

Wer sich dieses Zusammenspiel anschaut, dem ist klar, dass kleinste Störungen alles durcheinanderbringen. Aufgrund von intensiver Landwirtschaft ist der Große Wiesenknopf schon selten geworden – teilweise steht er auf der Vorwarnliste gefährdeter Pflanzen. Und die Knotenameise leidet unter dem Klimawandel: Immer heißere und trockenere Sommer machen ihr zu schaffen. Die Folgen: Auch der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling wird immer seltener.

Erhalt von Wiesen schützt viele Arten

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Es lohnt sich, etwas zu tun. Der Schmetterling ist standorttreu, was seinen Schutz einfacher macht. Schon jetzt setzen sich ehrenamtliche Naturschützer und engagierte Landwirte für den Erhalt oder die Wiederherstellung geeigneter Wiesen ein. Damit helfen sie nicht nur dem Schmetterling, sondern fördern insgesamt die Artenvielfalt. Auch die Falter selbst haben einen „eingebauten“ Schutz: Ein Teil von ihnen schlüpft nicht im nächsten, sondern erst im übernächsten Jahr. Sollte es also geschehen, dass eine Wiese komplett gemäht oder stark beweidet wird oder es während der Flugzeit schwere Unwetter gibt, ist die nächste Generation gesichert.

Ein Bläuling, der nur ein bisschen blau ist

Dem dritten Teil seines Namens (Bläuling) macht der Schmetterling indessen wenig Ehre. Nur die Männchen sind an der Oberseite der Flügel blau schimmernd, beim Weibchen ist die Oberseite braun. Beide Geschlechter haben zimtbraune Flügelunterseiten mit hell umrandeten schwarzen Flecken. Meist sieht man sie mit zusammengelegten Flügeln und kann sie deshalb leicht übersehen. Unterwegs sind die Falter zwischen Ende Juni und Ende August – pro Jahr gibt es nur eine Generation. Die größte Verbreitung in Deutschland haben sie im Süden.

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling braucht Hilfe

Schutz für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist dringend nötig, denn seine Bestände nehmen immer weiter ab. In ganz Deutschland steht er auf der Vorwarnliste, die gerade überarbeitet wird. Was der Falter braucht, sind Wiesen mit Bestand am Großen Wiesenknopf. Diese Flächen dürfen nicht stark gedüngt und erst im späten Sommer gemäht werden, außerdem muss das Mahdgut entfernt werden. Hilfreich ist auch, Gebüsch-Inseln zu schaffen, damit Tiere (darunter auch die für den Schmetterling so wichtigen Ameisen) bei Hitze schattige Rückzugsflächen haben.

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