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Stacheliger Räuber: Der Flussbarsch ist Fisch des Jahres 2023

Der Flussbarsch gehört zu den Süßwasserfischen, die noch ziemlich verbreitet sind. Das liegt daran, dass er wenig Ansprüche an die Gewässer hat, in denen er lebt. Trotzdem macht auch ihm der Klimawandel zu schaffen. Das ist einer der Gründe, warum er vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV), dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und der Gesellschaft für Ichthyologie (GFI) zum Fisch des Jahres 2023 gewählt wurde.

Der Flussbarsch liebt stille Gewässer

Bevorzugter Lebensraum des Flussbarsches (Perca fluviatilis) sind stille Gewässer und langsam fließende Flüsse in ganz Europa. Aber er fühlt sich auch in schneller fließenden Gewässern, hochgelegenen Gebirgsseen und sogar in Baggerseen und im Brackwasser am Strand wohl. Nur in sehr flachen und verschlammten Gewässern findet man ihn nicht. Meist hält sich der Fisch im Uferbereich der Flüsse auf. Jungtiere sind meist im Schwarm unterwegs, während ausgewachsene Flussbarsche meist Einzelgänger sind.

Grüngelbe Färbung, stachelige Flossen

Verwechseln kann man den Flussbarsch, der auch als Egli oder Kretzer bekannt ist, kaum. Typisch ist seine grüngelbe Färbung mit schwarzen Querstrichen. Er hat zwei Rückenflossen. Die vordere trägt spitze Stacheln und hat am Ende einen dunklen Fleck. Allerdings sind die Flossen auf dem Rücken nicht immer zu sehen – er kann sie zusammenfalten und abklappen. Die anderen Flossen sind rot gefärbt. Ausgewachsene Tiere können 30, selten sogar bis zu 60 Zentimeter lang und fast fünf Kilogramm schwer werden.

Er frisst auch jüngere Artgenossen

Nach der Paarung, die je nach Temperatur schon im März stattfinden kann, legt das Weibchen bis zu 300.000 Eier in langen Laich-Bändern an Wasserpflanzen, toten Ästen oder Steinen im flachen Uferbereich ab. Sobald die Larven schlüpfen, bewegen sie sich an die Wasseroberfläche, um ihre Schwimmblase zu füllen. Dann beginnen sie zu fressen.

Auf ihrem Speiseplan stehen winzige Organismen, Zooplankton genannt. Wenn sie etwa zwölf Zentimeter lang sind, ändern sie ihre Ernährungsgewohnheiten und fressen fortan vor allem Fisch. Damit werden sie zu wichtigen Regulatoren der Nahrungskette in den Gewässern. Allerdings machen sie selbst vor jüngeren Artgenossen nicht halt.

Erst mit acht Jahren  ausgewachsen

Den Winter verbringt der Flussbarsch, der etwa mit zwei bis vier Jahren geschlechtsreif wird, am Boden tiefer Seen. Er kann bis zu zwölf Jahre alt werden, seine endgültige Körpergröße erreicht er erst mit acht bis zehn Jahren.

Gefährdung durch Dürre und Hitze

Auch wenn er ziemlich anspruchslos ist: Wenn Gewässer aufgrund von sommerlicher Hitze zu warm und damit zu sauerstoffarm werden oder sie gar austrocknen, nimmt auch der Bestand des Flussbarsches ab. Noch allerdings ist die Art ungefährdet und ist bei Anglern als grätenarmer Speisefisch sehr beliebt.

Der Flussbarsch und der Fischereivertrag

Dem Flussbarsch ist es übrigens zu verdanken, dass es fischereirechtliche Regelungen gibt. Und das kam so: Ende des 18. Jahrhunderts wurde festgestellt, dass der Bestand des Fisches stark abgenommen hatte. Grund war der Fang von zu vielen Jungfischen. 1893 wurde deshalb die sogenannte Bregenzer Übereinkunft beschlossen, in der bestimmte Schonzeiten und Mindestlängen für den Fang festgelegt wurden. Die Übereinkunft ist heute noch gültig, sie gilt als ältester bekannter internationaler Fischereivertrag.

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