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Der Gefleckte Schmalbock liebt Blütenpollen

Der Gefleckte Schmalbock hat eine Vorliebe für Doldenblütler. Wer den Käfer sehen möchte, der sollte sich diese Gewächse also ganz genau anschauen. Trotzdem hat er die Fähigkeit, sich ziemlich unsichtbar zu machen.

Der Gefleckte Schmalbock und seine Verwandten

Bis zu zwei Zentimeter lang wird der Gefleckte Schmalbock (Rutpela maculata), der zur Familie der Bockkäfer gehört. Einen Verwandten, den Kleinen Schmalbock, der auf dem Foto ebenfalls zu sehen ist, habe ich vor einigen Jahren schon in diesem Blog vorgestellt. Er ist nicht einmal halb so groß, während andere Mitglieder der Familie, zum Beispiel der Heldbock oder der Alpenbock, noch deutlich größer sind als der Gefleckte Schmalbock.

Färbung wie eine Wespe

Das Exemplar auf dem Foto ist etwa zwei Zentimeter lang. Sein Körper ist passend zum Namen wirklich schmal und seine Deckflügel sind gelb mit schwarzen Flecken und Querbinden. Auf den ersten Blick erinnert die Farbe an die einer Wespe. Das hat die Natur so beabsichtigt: Dieses Nachahmen der Gestalt oder Farbe anderer Tiere wird als „Mimikry“ bezeichnet, es ist ein effektiver Schutz vor Fressfeinden. Es gibt allerdings auch Exemplare, die ganz schwarz oder ganz gelb sind.

Schwarz-gelbe Fühler und Beine

Der Gefleckte Schmalbock hat lange Fühler, die wie der Körper gelb-schwarz geringelt sind. Auch die Beine tragen diese Farben. Das unterscheidet ihn von dem sehr ähnlichen Vierbindigen Schmalbock, dessen Beine komplett schwarz sind.

Vorliebe für Gebüsche und Lichtungen

Der Käfer gehört zu den bisher noch relativ häufigen Arten, steht aber unter strengem Schutz. Er kommt in ganz Mittel- und Südeuropa vor und hat eine Vorliebe für Lichtungen, Gebüsche am Waldrand und Wiesen, auf denen die eingangs schon erwähnten Doldenblütler stehen. Ihre bevorzugte Nahrung sind Nektar und Pollen der Pflanzen.

Zirpen bei Gefahr

Unterwegs ist der Gefleckte Schmalbock, der übrigens bei Gefahr mit den Hinterbeinen zirpende Warngeräusche von sich geben kann, zwischen Mai und August. Für seinen Nachwuchs braucht er Baumstümpfe, Totholz und morsche Stämme, die feucht und von Pilzen befallen sind. Dort legt das Weibchen seine Eier ab.

Entwicklung der Larven dauert drei Jahre

ie Larven ernähren sich von dem morschen Holz und bohren sich dabei tief in die Stämme hinein. In einem der Bohrgänge verpuppen sie sich. Die Entwicklung von der Larve bis zum Käfer dauert zwei bis drei Jahre! Wenn der Käfer schließlich schlüpft, sucht er einen Weg aus dem Bohrgang ins Freie.

Gefleckter Schmalbock braucht Wälder mit Totholz

Die Lebensweise des Gefleckten Schmalbocks zeigt, wie wichtig es ist, Totholz in Wäldern stehenzulassen. Viele Tiere, darunter die meisten Bockkäfer-Arten, brauchen es für ihre Larven. Allerdings gibt es auch Arten, die als Holzschädlinge gelten (etwa der Haus- und der Gemeine Fichtenbock).

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