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Das große Krabbeln: Vortrag über Insekten in der Stadt

Kaum jemand bemerkt sie, die Insekten in der Stadt. Und doch sind sie da. Im Verborgenen. In Parks und Gärten, aber auch auf Verkehrsinseln, Brachen und vergessenen Ecken, in denen sich einzelne Blumen aus dem Asphalt gekämpft haben. Ein Vortrag in der Urania stellt Berliner Sechsbeiner jetzt vor.

Jonathan Neumann und die Insektenvielfalt

Der Geoökologe Jonathan Neumann erzählt in dem von Philipp Verpoort moderierten Vortrag, was da so alles krabbelt in Berlin. Er hatte schon als Kind eine Vorliebe für Insekten und kannte sich mit ihnen so gut aus, dass er selbst in Fachkreisen als Experte galt. 2011 wurde sogar ein Film über ihn gedreht („Jonathan“), der mit dem Sonderpreis der Jury des Deutschen Naturfilmpreises 2012 ausgezeichnet wurde. Heute ist er auch Leiter der Nabu-Jugendgruppe JoNaTour – sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Insekten und Spinnen. Regelmäßig führt der junge Experte zudem Neugierige durch die Stadt.

Die artenreichste Gruppe aller Lebewesen

Insekten gehören – mal abgesehen von Schmetterlingen – nicht unbedingt zu den Lieblingstieren der Menschen. Zu viele Beine, zu krabbelig, zu unheimlich, meinen sie. Und tun Käfern, Fliegen, Bienen, Ameisen, Libellen und Heuschrecken damit Unrecht. Sie sind die artenreichste Gruppe der Lebewesen überhaupt! Über 33.000 der in Deutschland nachgewiesenen 48.000 Tierarten gehören zu den Insekten, die man daran erkennt, dass sie sechs Beine und einen eingekerbten Körper haben. Spinnen gehören nicht dazu – sie haben acht Beine.

Wichtig für die Natur

Während jeder weiß, welche Rolle Schmetterlinge, Bienen und Hummeln in der Natur spielen, ist es vielen bei den anderen Insektenarten nicht so klar. Aber es geht nicht nur ums Bestäuben von Pflanzen, sondern um viel mehr: Es gibt Insekten, die sich um den Abbau organischer Masse kümmern und solche, die Schad-Organismen in Schach halten. Einige sind Bodengestalter, andere halten Gewässer sauber. Und nicht zuletzt sind Insekten eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Tierarten.

Die Folgen des Insektensterbens

Seit Jahren bereitet das Insektensterben Naturschützern große Sorgen. Intensive Landwirtschaft, aufgeräumte Äcker, der Einsatz von Pestiziden und die Lichtverschmutzung sind einige der Gründe dafür. Die Folgen sind dramatisch. Allein die wirtschaftlichen Schäden, die dadurch entstehen, dass Insekten fehlen, liegen nach Angaben von Wissenschaftlern bei 190 bis 310 Milliarden Euro pro Jahr. In Deutschland bringen bestäubende Insekten pro Jahr einen volkswirtschaftlichen Nutzen von 1,13 Milliarden Euro pro Jahr.

Ein Aktionsprogramm soll helfen

2019 wurde das Aktionsprogramm Insektenschutz beschlossen, um die Lebensbedingungen für Insekten in Deutschland zu verbessern. Dazu gehört, die Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern, Lebensräume für Insekten wiederherzustellen, Schutzgebiete einrichten, den Einsatz von Pestiziden und die Einträge von Nähr- und Schadstoffen in Böden und Gewässer sowie die Lichtverschmutzung zu reduzieren.

Viele Arten sind bedroht

Es ist höchste Zeit, etwas zu tun. Denn 41 Prozent der 561 durch Rote Listen erfassten wildlebenden Bienenarten in Deutschland sind bedroht. Bei 63 Prozent der Tagfalter und 60 Prozent der Ameisen sind die Zahlen ebenfalls stark zurückgegangen.

Das können Sie für Insekten tun

Und Sie selbst können auch etwas tun! Pflanzen Sie auch Wildblumen in Ihren Garten oder auf Ihren Balkon und verzichten Sie auf Pestizide. Wenn Sie genug Platz haben, können Sie auch ein Insektenhotel aufstellen. Im Vortrag von Jonathan Neumann erfahren Sie noch viel mehr über Berliner Insekten und ihr Leben im Verborgenen.

Urania-Vortrag „Das große Krabbeln“

Termin: Freitag, 11. März, 17.30 Uhr, Urania Berlin (Kleist-Saal), An der Urania 17, 10787 Berlin. Eintritt frei, Anmeldung erforderlich. Es gilt die 3G-Regel.

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