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Krokusse – zarte Frühlingsboten in Violett, Weiß und Gelb

Im Moment ist es schwer, sich auf etwas anderes zu konzentrieren als das, was gerade in der Ukraine geschieht. Es ist furchtbar und liegt schwer auf dem Herzen. Trotzdem kann ein Besuch in der Natur eine kleine Hilfe sein. Kurz mal raus, den Blick schweifen lassen. Einfach nur sein. Und deshalb habe ich mich gefreut, dass die Krokusse, die noch vor wenigen Tagen bloß wie Stifte aus der Erde ragten, jetzt aufgeblüht sind. An einigen Stellen bilden sie wahre Teppiche aus Violett, Rosa, Weiß oder Gelb.

Krokusse: Einwanderer vom Mittelmeer

Die Pflanzen nutzen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, um ihre Blüten zu entfalten. Dass sie ursprünglich hierzulande gar nicht vorkamen, ist heute fast vergessen. Eigentlich sind Krokusse Wärmeliebhaber, die vor allem im Mittelmeer-Gebiet wachsen. Nach Mitteleuropa kamen sie als Zierpflanzen, und hier fühlten sie sich so wohl, dass sie schon vor vielen Jahren an manchen Orten verwilderten. Am Zavelstein in Baden-Württemberg oder im Schlosspark von Husum kann man riesige Teppiche der Schönheiten bewundern.

Eine Sorte liefert wertvollen Safran

Bekannte Arten, die in Mitteleuropa gedeihen, sind der Frühlings-Krokus (Crocus vernus), der Gold-Krokus (Crocus chrysanthus), der Balkan-Krokus (Crocus flavus) und der Bauern-Krokus (Crocus tommasinianus). Besonders berühmt ist der Safran-Krokus (Crocus sativus), aus dem das wertvolle Safran-Gewürz gewonnen wird. Er blüht allerdings (wie die ähnlich aussehende und sehr giftige Herbstzeitlose) im Herbst und wird vor allem in Südfrankreich, Griechenland, der Türkei, Italien, dem Iran und Marokko angebaut. Ganz wenige Anbaugebiete liegen aber auch in Deutschland (im pfälzischen Venningen, in der Nähe von Dresden, im baden-württembergischen Bittenfeld und am Schloss Altenburg in Thüringen.

Wärmeliebhaber mit sensiblen Blüten

Warm mögen es die heimischen Krokusse übrigens auch. Die Pflanzen halten zwar Kälte aus, aber die Blüten schließen sich, wenn die Temperaturen auch nur minimal sinken.

Wildbienen als Bestäuber

Bestäuber der Krokusse, die zur Familie der Irisgewächse gehören (wie die Schwertlilie), sind die ersten Insekten des Jahres, vor allem Wildbienen. Anschließend bilden sich die Früchte.

Krokusse für den Garten

Wenn Sie Krokusse anpflanzen möchten, sollten Sie einen Bereich im Garten suchen, der durchlässigen Boden hat, der im Frühjahr auch ein bisschen feucht werden darf. Die Zwiebelknollen werden ab Ende September fünf bis zehn Zentimeter tief in die Erde gedrückt. Im kommenden Spätwinter bilden sie dann die wunderschönen Blüten, die das Ende des Winters einläuten.

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Wenn Sie den Menschen in der Ukraine helfen möchten, können Sie das über die „Aktion Deutschland hilft“ machen. Hier haben sich 23 Hilfsorganisationen zusammengetan.

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