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Die Singdrossel und ihre „Drosselschmiede“

Die Singdrossel gehört zu den ersten Vogelarten, die aus ihren Überwinterungsgebieten zurückkehren. Schon im Februar kann man ihr in Mitteleuropa begegnen.

Der eindrucksvolle Gesang der Singdrossel

Den ersten Teil ihres Namens trägt die Singdrossel (Turdus philomenos) vollkommen zu Recht. Ihr Gesang ist abwechslungsreich und sehr eindrucksvoll, er enthält unterschiedliche Strophen. Ein bisschen Ähnlichkeit hat er mit dem Ruf der Amsel. Was gar nicht so verwunderlich ist: Beide gehören zur Familie der Drosseln.

Geflecktes Gefieder

Weniger auffällig ist das Gefieder der Singdrossel, die etwa 20 bis 22 Zentimeter groß wird und damit etwas kleiner ist als die Amsel. Ihre Oberseite ist hellbraun, an der hellen Unterseite trägt sie dunkle Flecken. An der Brust ist das Weiß etwas dunkler. Der schwarze Schnabel ist an der Basis gelblich-weiß. Auf den ersten Blick könnte man die Singdrossel mit der Misteldrossel verwechseln, die allerdings um einiges größer ist und auf der Unterseite eher tropfenförmige Flecken trägt.

Die Drosselschmiede

Bevorzugter Lebensraum der Singdrossel sind Misch- und Nadelwälder, man kann ihr aber auch in Parks und Gärten begegnen. Am häufigsten sieht man den Vogel aber auf dem Boden. Dort sucht er nach Würmern und Schnecken. Vor allem Bänderschnecken stehen auf seinem Speiseplan. Er ist sehr geschickt darin, an die in den Schneckenhäusern versteckten Beutetiere zu gelangen: Er zerschlägt die Häuser auf einem Stein. Weil er einen einmal gefundenen Stein gerne häufiger verwendet, sammeln sich dort viele Scherben – Experten nennen das „Drosselschmiede“.

Bis zu drei Bruten pro Jahr

Die Brutzeit der Singdrosseln beginnt im März. Die Nester werden in Astgabeln von Bäumen oder in Sträuchern gebaut. Sie sind napfförmig, bestehen aus Laub und Gras und werden innen mit Erde ausgekleidet. 14 Tage wird gebrütet, dann schlüpft der Nachwuchs. Er wirdvon beiden Eltern etwa zwei Wochen lang gefüttert, bis er flügge ist. In manchen Jahren haben Singdrosseln bis zu drei Bruten mit jeweils drei bis fünf Eiern.

Vorkommen in fast ganz Europa

Begegnen kann man der Singdrossel mit Ausnahme von Island und dem südlichen Mittelmeergebiet in ganz Europa. Viele der in Deutschland heimischen Singdrosseln gehören zu den Kurzstreckenziehern, sie verbringen den Winter im Westen Europas und im Mittelmeerraum. Im September und Oktober beginnt der Flug ins Winterquartier. Es gibt aber inzwischen auch viele Singdrosseln, die in ihren Brutgebieten bleiben.

Die Singdrossel im Garten

Gut beobachten kann man den Vogel auf Wiesen, wo er, wie schon erwähnt, nach Beutetieren sucht. Oder man lädt ihn in den Garten ein: Wo es viele Wildblumen, Sträucher und einzelne Bäume gibt, findet die Singdrossel nicht nur Nahrung, sondern auch Möglichkeiten, ihr Nest zu bauen.

Ganz wichtig: Verzichten Sie darauf, im Garten Pestizide einzusetzen. Setzen Sie lieber auf Nützlinge wie Florfliegen und Marienkäfer (und ihre Larven), die im Laufe ihres kurzen Lebens große Mengen an Schädlingen vertilgen. Und mit vielen Wildblumen locken Sie gleichzeitig Insekten wie Hummeln und Bienen an – die besten Voraussetzungen, um auch reichlich gefiederte Besucher zu haben!

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