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Der Kaisermantel gibt sich die Ehre

Dieser Schmetterling gehört zu den ganz seltenen Arten in Berlin und Brandenburg. Und das macht die Begegnung mit dem Kaisermantel zu einem großen Glück. Gerade wurde er zum Schmetterling des Jahres 2022 gekürt. Gewählt haben ihn die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.

Der Kaisermantel liebt naturnahe Wälder

Der Kaisermantel (Argynnis paphia) ist der größte mitteleuropäische Perlmuttfalter. Gefährdet ist er bisher nicht, aber an vielen Orten nimmt seine Zahl ab. Denn der Schmetterling liebt naturnahe und lichte Mischwälder – in Monokulturen mit eng zusammenstehenden Bäumen findet man ihn nicht. Denn er braucht Bodenbewuchs, und den gibt es nur dort, wo genug Licht auf den Boden fällt.

Leuchtend orangefarbene Flügel

Unterwegs ist der Edelfalter zwischen Juni und September. Seinen Namen verdankt es den leuchtend orangefarbenen Flügeln mit den braunen Flecken und Linien und sie sind auch der Grund, warum man den Kaisermantel überhaupt sieht: Er gehört zu den auffälligsten Schmetterlingen in Deutschland. Seine Flügelspannweite liegt bei etwa sechs Zentimetern.

Bevorzugte Lebensräume des Kaisermantels sind Waldränder und -lichtungen, an denen viele Blumen stehen und es auch Wasser gibt. Besonders Skabiosen, Disteln, Wasserdost und Brombeeren haben es ihm angetan. Aber auch die Winterlinde mag er sehr.

Männchen sind kräftiger gefärbt

Männchen und Weibchen ähneln sich sehr, aber die Männchen sind intensiver gefärbt und haben zudem breite Streifen auf den Vorderflügeln – die Duftschuppen. Die Weibchen ist weniger kräftig gefärbt und haben auf den Oberseiten der Vorderflügel dunkle Flecken.

Feinschmecker mit Vorliebe für Veilchen

Für die Paarung setzt der Falter auf einen Trick. Das Männchen gibt aus seinen Duftschuppen einen Lockstoff ab, der für das Weibchen unwiderstehlich ist.

Die Eier werden anschließend in Ritzen an den Stämmen von Bäumen abgelegt. Hier sind die Schmetterlinge anspruchsvoll: Sie suchen Bäume, in deren Nähe Veilchen wachsen. Das Weibchen sucht deshalb sehr intensiv nach geeigneten Standorten. Die Veilchen sind wichtig, allerdings werden sie nicht sofort benötigt. Wenn die Raupen im Spätsommer schlüpfen, bleiben sie am Baum und ernähren sich erst einmal von ihrer Eihülle. Sie überwintern am Baum. Im nächsten Frühjahr bewegen sie sich zum Boden und fressen die Veilchenblätter.

Der Kaisermantel frisst nur bei Dunkelheit

Wer die Raupen dort sehen möchte, muss nachts kommen, denn sie fressen nur bei Dunkelheit.  Ende Mai beginnen sie mit der Verpuppung – und die nächste Generation des Kaisermantels macht sich auf den Weg.

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2 Antworten auf „Der Kaisermantel gibt sich die Ehre“

Der Kaisermantel gehört hier bei mir in Hessen zu den häufigen Schmetterlingen.
Er mag es eigentlich gar nicht sonnig. Als einer der wenigen Tagfalter bevorzugt er den schattigen Wald

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