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Von wegen Unkraut: Kräuter-Vielfalt im Spreepark

Kräuter kennen viele Menschen vor allem aus Tütchen im Supermarkt. Dabei kann man viele davon sogar in Parks und Wäldern sehen und pflücken. Bei einem Workshop von Campus Stadt Natur – Grün Berlin im Spreepark wird Neugierigen am 17. Mai gezeigt, wie man Kräuter erkennt, wann man sie sammeln kann und was man über die Gewächse wissen sollte.

Kräuter am Wegesrand

„Das ist doch nur Unkraut“, sagen viele Menschen, wenn sie Pflanzen am Wegesrand sehen. werden übersehen und aus Gärten oft genug sogar entfernt. Aber das haben diese Pflanzen nicht verdient! Einige davon sind nämlich nicht nur leckere Koch-Zutaten, sondern auch richtig gesund.

Einige sind echte Superfoods

Und nicht nur das: Sie gelten als echte Superfoods, die den Vorteil haben, dass sie nicht aus exotischen Ländern stammen, sondern direkt vor der Haustür wachsen. Das ist gut für die Umwelt und verringert den CO2-Fußabdruck.

Ein paar Beispiele für Wildkräuter

  • Löwenzahn: Er wirkt harntreibend und blutreinigend, regt Appetit und Verdauung an und unterstützt die Gallentätigkeit. Er enthält viel Provitamin A, Vitamin C und E sowie Kalzium, außerdem Kalium, Bitterstoffe und Inulin (steckt vor allem in der Wurzel). Der Saft pflegt trockene Haut und mildert FältchenIn der Küche kann man ihn als Salat, Suppe, Tee, Smoothie oder Pesto zubereiten.
  • Giersch: Bei Gartenbesitzern ist er verhasst, aber das Gewächs ist eine leckere Zutat für Suppen, Salate und Pesto, man kann die Blätter auch wie Gemüse kochen. Roh schmecken die Blätter ein bisschen wie Petersilie. Am besten sind die jungen Blätter – ältere werden bitter. Giersch enthält die Vitamine A und C, Kalium, Kupfer und Magnesium. Er wirkt entwässernd und wird in der Naturmedizin gegen Blasenreizungen eingesetzt. Auch bei Frühjahrsmüdigkeit ist er hilfreich.
  • Knoblauchsrauke: Sie wird schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze eingesetzt. Sie verbreitet einen feinen Knoblauchduft. Verwendet werden die Blätter. Sie enthalten Senfölglykoside, die Vitamine A und C und Saponine und lindern z.B. Beschwerden bei Gicht, Rheuma und Entzündungen, außerdem fördern sie die Wundheilung, wirken blutreinigend, harntreibend und schleimlösend. In der Küche kann man die Blätter wie z.B. Bärlauch zu Pestos verarbeiten (Tipp: geben Sie noch ein paar Walnüsse dazu!) oder sie in Kräuterquark geben. Die Wurzel lässt sch wie Meerrettich reiben und zu einem scharf-leckeren Brotaufstrich machen. Und die Samen können wie Pfeffer zum Würzen verwendet werden.
  • Gänseblümchen: Die Blüten haben einen angenehm nussigen Geschmack. Man kann sie auch trocknen und als Tee-Zutat einsetzen. Gänseblümchen enthalten Vitamin C, die Mineralstoffe Eisen, Kalium und Kalzium, außerdem sekundäre Pflanzenstoffe wie Saponine, Gerbstoffe oder Flavonoide und verdauungsförderndes Inulin. Die Pflanze wirkt entzündungshemmend, schleimlösend und stoffwechselanregend, man kann sie gegen Wunden, Atemwegs- und Hauterkrankungen einsetzen. Als Tee lindert sie Husten.
  • Brennessel: Sie wirkt entwässernd, blutreinigend und bakterienhemmend. Außerdem enthält sie nicht nur mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte, sondern auch viel Eisen, Kalium, Magnesium und sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide. Auch reichlich Eiweiß steckt in den Blättern. Die Samen kann man ebenfalls essen, sie sollen aphrodisierend wirken. In der Naturmedizin wird die Brennessel unter anderem gegen Arthrose, Blasen-Beschwerden, Bluthochdruck und Erschöpfung eingesetzt. In der Küche kann man die Blätter für Tees (Tipp: mit etwas Zitronensaft verfeinern), Smoothies und Wildkräutersalate verwenden.
  • Dost: Er ist eines der Kräuter, die viele gar nicht zu kennen glauben, aber das ändert sich, wenn sie seinen zweiten Namen hören: Wilder Majoran. Er enthält ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe und wirkt antibakteriell, antimikrobiell, antiseptisch und antiviral. In der Naturmedizin wird er u.a. gegen Appetitlosigkeit, Husten, Wunden und Verdauungsstörungen eingesetzt.
  • Sauerampfer: Der Name deutet es schon an: Sauerampfer schmeckt säuerlich. Deshalb ist er eine ideale Salatzutat. Allerdings enthält er viel Oxalsäure. Deshalb sollte man sich auf sehr junge Blätter beschränken und nur kleine Mengen verzehren. Sauerampfer enthält zudem viel Vitamin C, außerdem Kalium, Bitter- und Gerbstoffe. Seine Einsatzmöglichkeiten in der Küche sind vielseitig: Sie können ihn für Salate, Saucen (Sauerampfer ist eines der sieben Kräuter in der berühmten Frankfurter Grünen Sauce), Suppen und Gemüse-Beilage verwenden. Auch in pikante Quarkspeisen passt er gut.
  • Spitzwegerich: Er ist ein bekanntes Heilkraut gegen Husten, außerdem lindert er Insektenstiche. Die Pflanze enthält Vitamin C, mehrere B-Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium, Kieselsäure und Zink. Außerdem stecken in ihr Bitter- und Gerbstoffe. In der Küche kann Spitzwegerich auch eingesetzt werden – die gedünsteten Blätter haben ein leichtes Pilzaroma. Auch Wurzeln, Blütenähren und Samen sind essbar. Die Pflanze würzt zum Beispiel Suppen, Salate und Smoothies.

Infos über Kräuter und wie man sie erkennt

Sie sehen: Kräuter sind ein sehr spannendes Thema. Bei dem von Alexis Goertz und Jonas Grube von der „Edible Academy“ geleiteten Workshop erfahren die Teilnehmer viel über einzelne Kräuter, die in Berlin wachsen. Die Experten erzählen, wie man sie erkennt und dabei seinen Seh-, Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn einsetzt. Und es gibt viele Einblicke in die medizinische Wirkung der Kräuter. Denn man sollte gesammelte Arzneipflanzen nicht einfach einnehmen, ohne etwas über die Dosierung und die Inhaltsstoffe zu wissen.

Limonaden und Tinkturen

Im zweiten Teil des Workshops brauen die Teilnehmenden unter fachkundiger Anleitung probiotische Limonade oder stellen Kräutertinkturen her.

Campus Stadt Natur weckt Begeisterung für Natur

Der Campus Stadt Natur gehört zu Grün Berlin und will Menschen für die Umwelt und die Natur begeistern. Er erarbeitet Lehrpfade, Ausstellungen und digitale Angebote und vermittelt im Rahmen von Veranstaltungen oder mit Schautafeln viel Wissen zu stadtökologischen Zusammenhängen, zum Gärtnern und über Pflanzen und Tiere.

Kräuter-Vielfalt: Infos zur Veranstaltung

Termin: 17. Mai (auch wieder am 2. Juni, 7./21. Juli und 2. August)
Uhrzeit: jeweils 17 bis 20 Uhr
Ort: Spreepark, Kiehnwerderallee 1-3, 12437 Berlin, Eingang am Infopavillon
Anfahrt: Neue Krugallee/Dammweg (Bus 265), von dort zehn Minuten Fußweg
Eintritt: frei, Anmeldung erforderlich

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