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Begegnung mit der Mandarinente

Wenn es um das farbenprächtigste Gefieder geht, hat die Mandarinente gute Chancen auf einen Spitzenplatz. Übersehen kann man zumindest das Männchen ganz sicher nicht.

Die Mandarinente stammt  aus China

Die Heimat der Mandarinente (Aix galericulata) ist – der Name lässt es schon ahnen – China. Zu uns gekommen ist sie schon um 1745 als Ziervogel. Im Lauf der Jahre entflohen immer mal wieder Tiere aus der Gefangenschaft. Und weil sie in Mitteleuropa gute Lebensbedingungen fanden, haben sie sich hier auch weiter verbreitet. Sehr häufig ist der Vogel nicht, aber auch in Berlin kann man ihn auf und an Seen wie dem Schlachtensee sehen.

Prächtiges Gefieder

Die Mandarinente ist mit maximal 49 Zentimetern eine der kleineren Enten. Sie gehört zu den Glanzenten. Das sind Enten, die überwiegend in Wäldern leben und diesen Namen tragen, weil ihr Gefieder teilweise prächtig gefärbt, auf alle Fälle aber metallisch glänzend ist.

Während der Mauser ist sie flugunfähig

Während die Weibchen mit ihrem braun-beige gemusterten Gefieder eher unauffällig sind, ist das Prachtkleid des Erpels spektakulär. Er trägt ein weißes Band an den Seiten des Kopfes, oben schimmert er metallisch grün. Die Brust ist schwarz, Wangen und die aufgestellten Federn an den Flügeln sind orange, die Seiten grau und der Bauch ist weiß. Auffällig ist auch der kleine, spitze Schwanz. Zwischen Ende August und Mitte Mai tragen die Männchen das Prachtkleid. Wenn sie sich mausern, sind sie für etwa vier Wochen flugunfähig.

Bruthöhle in neun Metern Höhe

Lebensraum der Ente sind Gewässer, die auch in Parks liegen können. In der Region Berlin und Potsdam sind die Chancen, sie zu sehen, besonders groß. Hier scheinen die Lebensbedingungen gut zu sein, denn in keiner Region in Deutschland leben mehr Mandarinenten. Die Vögel lieben stille Gewässer, die von Bäumen umstanden sind. Das Nest legen sie in Baumhöhlen an, die bis zu neun Meter hoch liegen können. Das bedeutet, dass die Mandarinente gut klettern kann. Eine begabte Fliegerin ist sie auch – sie bewegt sich sehr geschickt durch die Zweige.

Der Nachwuchs wird schnell selbstständig

Die Brutzeit beginnt schon zu Beginn des Winters. Nach der Paarung legt das Weibchen bis zu zehn Eier, die sie in etwa vier Wochen ausbrütet. Die Jungvögel brauchen anfangs noch in der Nacht die elterliche Wärme, aber sie können sich schnell selbstständig ernähren. Und sie sind ebenfalls gute Kletterer, was sie kräftigen Krallen und langen Schwanzfedern (zum Abstützen) verdanken. Nach etwa 40 Tagen sind die Jungen flugfähig und verlassen das Brutrevier ihrer Eltern.

In China ist die Ente selten geworden

Bevorzugte Nahrung der Enten sind Würmer, Insekten und Käfer, sie fressen aber auch Wasserpflanzen, Samen, Eicheln oder Nüsse. Vielleicht ist diese relativ anspruchslose Haltung ein Grund dafür, dass die Mandarinente in Mitteleuropa relativ häufig ist – ihr Bestand ist nicht gefährdet. In ihrer chinesischen Heimat dagegen ist sie sehr selten geworden.

Die Mandarinente steht für eheliche Treue

In China hat die Mandarinente eine besondere Bedeutung: Sie ist ein Symbol für eheliche Treue. Was daran liegen kann, dass die Entenpaare sehr monogam leben. Sehen kann man sie das ganze Jahr über, denn sie kommt auch mit winterlicher Kälte gut zurecht und verbringt die kalte Jahreszeit nicht im Süden.

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