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Petersilie ist gesund – warum sie trotzdem zur Giftpflanze des Jahres 2023 gekürt wurde

Petersilie ist sehr gesund und richtig lecker – aber wussten Sie, dass das Würzkraut auch eine dunkle Seite hat? Kürzlich wurde sie vom Botanischen Sondergarten Wandsbek zur Giftpflanze des Jahres 2023 gekürt. Wie lässt sich das erklären?

Petersilie gehört zu den Doldenblütlern

Vorab eine kleine Vorstellung der Pflanze. Die Petersilie (Petroselinum crispum) gehört zur Familie der Doldenblütler und ist verwandt mit der Möhre, Pastinake, Dill, Kümmel, Sellerie und Maggikraut, aber auch mit Wiesen-Kerbel, unterschiedlichen Disteln, Engelwurz, Wilder Möhre und der Bibernelle.

Glatte und krause Blätter

Meist wird die Petersilienpflanze etwa 30 Zentimeter hoch. Sie hat glatt oder kraus gefiederte Blätter – die glatten schmecken aufgrund ihres höheren Gehalts an ätherischen Ölen aromatischer. Die Krause Petersilie ist milder. Beide Sorten passen gut in die kalte Küche, Sie können sie aber auch für warme Speisen verwenden. Wichtig: Fügen Sie die Blätter zum Schluss hinzu und kochen Sie sie nicht mit, denn sonst verlieren sie ihre gesunden Inhaltsstoffe.

Essbare Wurzeln

Auch die weißen, länglichen Wurzeln (sie haben große Ähnlichkeit mit Pastinaken) sind essbar. Sie duften wie Petersilienblätter und schmecken auch so. Sie sind Bestandteil des Suppengrüns, würzen Suppen und Saucen und machen sich, geraspelt oder in feine Scheiben geschnitten, auch gut als Salatzutat. Pürieren und braten kann man die Wurzeln ebenfalls.

Die Blüten stehen in Dolden mit acht bis 20 Strahlen, die Kronblätter sind meistens gelbgrün, oft mit einem Hauch Rot darin.

Petersilie enthält mehr Vitamin C als Zitrone

Ihr sehr hoher Gehalt an Vitamin C (in 100 Gramm steckt mehr als dreimal soviel Vitamin C wie in 100 Gramm Zitrone), B-Vitaminen, Vitamin E, Folsäure und Carotinoiden und dazu reichlich Eisen, Kalzium und Magnesium macht die Petersilie zu einem äußerst gesunden Lebensmittel. Allerdings sollte man bedenken, dass sie durch Erhitzen viel von ihrem Aroma verliert. Ähnliches gilt, wenn Sie Petersilie in getrockneter oder tiefgefrorener Form verwenden.

Gift in den Körnern

Aber was ist nun mit dem Gift? Das steckt in den Früchten der Pflanze. Die bildet die Petersilie erst im zweiten Jahr nach der Blüte. In den Körnern steckt Petersilienöl, das Apiol enthält. Das wirkt in geringer Dosis harntreibend, blutreinigend und entwässernd. In höherer Dosis allerdings erhöht es die glatten Muskelfasern von Blase, Darm und bei Frauen, dem Uterus. Früher wurde das Öl deshalb häufig zum Abtreiben verwendet, allerdings gab es zahlreiche Todesfälle. Auch in der Wurzel steckt Apiol, allerdings in geringer Menge. Wenn Sie die Pflanze selbst anbauen, sollten Sie die Wurzeln vor der Blüte ernten, weil dann der Apiolgehalt noch niedrig ist.

Anbau im Garten

Petersilie lässt sich gut im Garten oder auf dem Balkon anbauen. Sie mag einen sonnigen Standort und nährstoffreiche, gut durchlässige Erde. Sie muss regelmäßig gegossen werden, Staunässe verträgt sie dabei ebenso wenig wie Trockenheit. Es ist allerdings wichtig, im folgenden Jahr einen anderen Standort zu suchen, denn Gewächse wie Petersilie, Sellerie, Möhren, Kerbel, Dill oder Fenchel sollten nur in Beeten wachsen, in denen im Jahr davor kein Doldenblütler stand.

Ihre Ernte können Sie gut einfrieren. Dazu geben Sie die gewaschenen Blätter in einen Gefrierbeutel und drücken kräftig, sobald der Inhalt gefroren ist.

Petersilie zum Hochzeitstag…

Übrigens: Haben Sie schon mal etwas von der Petersilienhochzeit gehört? Die feiern Paare nach zwölfeinhalb Jahren (bzw. 4550 Tagen). Es heißt, dass Freunde des Paares das Fest vorbereiten und bezahlen, aber nur dann, wenn das Paar einen Petersilienstrauß im Haus hat. Andernfalls muss es das Fest aus eigener Tasche finanzieren…

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