Dieser Schmetterling macht seinem Namen alle Ehre: Der Schwarzspanner ist vollkommen schwarz gefärbt – mit Ausnahme von zwei weißen Bereichen an den Vorderflügelspitzen, die bei älteren Exemplaren allerdings fehlen können. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass der Schmetterling auf Englisch „Chimney Sweeper“ (Schornsteinfeger) heißt und die Schwaben ihn „Kaminfegerle“ nennen.
Der Schwarzspanner und seine Verwandten
Der Schwarzspanner (Odezia atrata), der zur Familie der Spanner gehört (ein Verwandter ist der Buchen-Frostspanner), hat eine Flügelspannweite von etwa 27 Millimetern. In Deutschland ist er ebenso unterwegs wie in Großbritannien, Südeuropa und dem Balkan. Bevorzugter Lebensraum sind feuchte Wiesen und Moore, extensiv bewirtschaftete Bergwiesen, Lichtungen in Auwäldern, feuchte Bachtäler und blütenreiche Waldränder. Weil solche Lebensräume selten geworden sind, steht er in einigen Regionen schon auf der Vorwarnliste der Roten Liste für gefährdete Arten.
Eiablage an Doldenblütlern
Sehen kann man den Nachtfalter zwischen Ende Mai und August vor allem dort, wo Doldenblütler wie Giersch, Wiesenkerbel und Gold-Kälberkropf wachsen. Diese Gewächse sind die brauchen die Weibchen für die Eiablage: Sie lassen die Eier einfach darauf fallen. Lange passiert danach nichts – die Eier verbringen den Winter in der Vegetation.
Grüne Raupen
Im darauffolgenden Frühling schlüpfen dann die grünen Raupen, die am hellen Längsstreifen, einer dunkleren Linie auf dem Rücken und kleinen, roten Streifen am Hinterleib zu erkennen sind. Sie ernähren sich von den Doldenblütlern. Anfang Mai verpuppen sie sich in einem losen Gespinst unter der Erde. Nach maximal einem Monat schlüpfen die ausgewachsenen Schwarzspanner.
Sonnenanbeter mit unbeholfenem Flug
Der Schmetterling ist ein Sonnenanbeter, der überwiegend tagaktiv ist, gelegentlich aber auch nachts unterwegs sein kann. Er hat einen etwas unbeholfenen Flug und bleibt meist nicht lange auf einem Grashalm oder an einer Blüte sitzen. Das macht den Fototermin nicht ganz einfach. Meist legt er aber nur kurze Strecken zurück und setzt sich dann wieder.
Das können Sie für Schwarzspanner und andere Falter tun
Wer etwas für den Schwarzspanner und grundsätzlich für Schmetterlinge und andere Insekten tun möchte, kann seinen Garten möglichst naturnah gestalten – mit Wildblumen wie den für die Raupen wichtigen Doldenblütlern und dem Verzicht auf Pestizide. Wichtig für den Falter sind ungemähte Wiesen. Wenn Sie nicht den gesamten Garten ungemäht lassen möchten, können Sie z.B. einen Teilbereich einfach wachsen lassen. Dann haben Sie mit etwas Glück bald viele Schmetterlinge zu Gast!
Tipp: Beim NABU finden Sie viele wertvolle Tipps für einen Schmetterlingsgarten.
Weitere Artikel über Schmetterlinge
Anzeige:
![]()