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Die Weinrebe ist Heilpflanze des Jahres 2023

Die Weinrebe wurde gerade zur Heilpflanze des Jahres 2023 gekürt. Da kommen sofort Gedanken an das, was aus den Trauben gemacht wird – Wein nämlich. Aber in den leckeren Kügelchen steckt noch viel mehr. Und darauf will der Verein NHV Theophrastus mit der Wahl aufmerksam machen.

Die Weinrebe – ein Gottesgeschenk

„Der Wein“, so Konrad Jungnickel, Heilpraktiker und Vorsitzender des Vereins, „ist ein Gottesgeschenk. Und ich spreche von der gesamten Pflanze, nicht nur vom edlen Tropfen. Der Weinstock hält besonders in seinen Früchten und Kernen, ja selbst in seinen Blättern, eine Fülle heilkräftiger Stoffe für uns bereit.“
Der NHV Theophrastus kürt seit 2003 die Heilpflanze des Jahres, um auf deren Gesundheitswert aufmerksam zu machen.

Weinanbau schon in der Antike

Im Mittelmeergebiet wurde Wein (Vitis vinifera ssp. vinifera) schon in der Antike angebaut. Es wird vermutet, dass die ersten Edelreben im heutigen Syrien gezüchtet wurden. Später wurde die Pflanze von den Römern in die Gebiete nördlich der Alpen gebracht, die warm genug waren für den Weinanbau, etwa das Moseltalbei Trier. Noch heute gehören diese Regionen zu den bedeutendsten Weinanbaugebieten in Deutschland.

Mönche perfektionierten den Anbau

Es waren Mönche, die sich um den Anbau kümmerten und die Zucht vorantrieben. Aber auch heute noch gibt es Gebiete im Mittelmeergebiet, in denen Wilder Wein wächst. Der große Unterschied (abgesehen vom Geschmack der Früchte): Die Blüten der heutigen Edelreben sind zwittrig, was die Befruchtung erleichtert.

Die Pflanze liebt es warm und sonnig

Wein liebt warme und sonnige Standorte, aber auch im Norden kann er gedeihen, wenn er dort einen geschützten Platz bekommt. Er braucht Kletterhilfen und rankt sich dann an ihnen empor. Zuerst bilden sich die typischen handförmigen Blätter, die bis zu 15 Zentimeter groß werden. Blütezeit ist zwischen Mitte Mai und Mitte Juli, und danach wachsen die Trauben – weiß oder rot – heran. Die Ernte beginnt bei den ersten Sorten im August, bei späten geht sie bis in den Oktober hinein.

Lecker und heilkräftig

Dass die Früchte sehr lecker sind und man aus ihnen die herrlichsten Weine produzieren kann, ist bekannt, aber von den Heilkräften der Weinrebe wissen nur wenige. Die Beeren enthalten viel Zucker und liefern schnelle Energie. Außerdem enthalten sie Kalium, Kalzium und die Vitamine B6 und Folsäure, dazu Ballaststoffe und Fruchtsäuren, die die Verdauung anregen, Giftstoffe binden und den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen. Haut und Kerne enthalten Resveratrol, das durch seine antioxidativen Eigenschaften die Zellen schützt.

Auch Blätter und Kerne werden verwendet

In der Heilkunde werden nicht nur die Früchte verwendet, sondern auch die Blätter und die Kerne. Alle Teile enthalten reichlich Gerbstoffe, Flavonoide, Anthocyane, Vitamin B6 und Folsäure.

Gegen Venenleiden und für die Durchblutung

Die getrockneten roten Laubblätter werden gegen Venenleiden eingesetzt – etwa als Extrakt zum Einreiben, um die Durchblutung anzuregen. Früher wurden sie auch gegen Entzündungen, Blutungen und Hämorrhoiden verwendet.
Die getrockneten Beeren wirken blutbildend und blutreinigend.

Wertvolles Öl aus den Kernen

Und auch die Kerne, die reich sind an antioxidativ wirkenden Polyphenolen, sind wertvoll. Das Öl, das aus ihnen gewonnen wird, findet in der Kosmetik Einsatz als pflegendes Öl, das die Haut anregt, mehr Feuchtigkeit zu speichern. Es zieht schnell ein und wird auch von unreiner Haut gut vertragen. Sogar gegen Verhornungen soll es wirken.

Traubenkernöl gibt es auch für die Küche. Es wird mittels Kaltpressung gewonnen, hat einen fruchtig-nussigen Geschmack und ist dank seines Gehalts an Vitamin K, Linolsäure und Antioxidantien sehr gesund. Vor allem Salaten gibt es ein besonderes Aroma. Erhitzen darf man es allerdings nicht.

Omega-6-Lieferant

Ein kleiner Abstecher zum Schluss: Traubenkernöl besteht zu 70 Prozent aus Linolsäure. Die ist auch als Omega-6-Fettsäure bekannt und essenziell, d.h. der Körper braucht sie, kann sie aber nicht selbst herstellen.

Und jetzt kommt noch eine zweite essenzielle Fettsäure ins Spiel: Alpha-Linolensäure, auch als Omega-3-Fettsäure bekannt. Beide Fettsäuren sollten in Balance sein (ideal ist ein Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 von 3:1 bis 5:1). Denn der Organismus verarbeitet beide Fettsäuren mit dem gleichen Enzym. Wenn aber alle Enzyme mit Omega-6-Fettsäuren „belegt“ sind, kann der Körper kein Omega 3 aufnehmen. Und diese Fettsäure sorgt dafür, dass die Zellen geschmeidig bleiben, sie schützt die Zellhüllen und reduziert Entzündungen, während größere Mengen an Omega 6 Entzündungen fördern können. Also: Traubenkernöl sollte nur sparsam verwendet werden. 

Weinreben in Berlin

Noch einmal zurück zur Weinrebe: Die wird sogar in Berlin angebaut. In Kreuzberg z.B. wachsen seit 1968 nahe des gleichnamigen Berges im Viktoriapark heran – insgesamt 300 Weinstöcke der Sorten Riesling und Blauer Spätburgunder. Auch am Volkspark Humboldthain und in Wilmersdorf gibt es „Weinberge“.

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