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Der Grumsin – Brandenburgs grandioser Buchenwald

Können Sie sich vorstellen, wie ein Wald aussieht, aus dem schon vor 20 Jahren die Motorsägen verbannt worden sind? Ganz ehrlich: Atemberaubend beschreibt es nicht mal annähernd. Dabei ist der Grumsin, von dem hier die Rede ist, nicht einmal besonders groß. Aber so besonders, dass der Wald seit Juni 2011 zum Weltnaturerbe der Unesco gehört. Vorher war das Gebiet im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin im Norden Brandenburgs natürlich auch schon geschützte Natur, aber jetzt ist der Wald berühmt. Und als größtes Naturentwicklungsgebiet des Biosphärenreservates auch besonders wichtig.

Die Eiszeit formte Hügel und Senken im Grumsin

Ein echter Urwald ist der Grumsin nicht, die gibt es in Deutschland gar nicht mehr, aber er ist alt und könnte einmal einer werden, wenn man ihn weiter in Ruhe lässt. Was das 590 Hektar große Welterbegebiet so außergewöhnlich macht, sind nicht nur die alten Buchen, die in die Wolken zu ragen scheinen (siehe Foto). Es ist auch das Oberflächenrelief des Waldes mit Senken und Hügeln, das fast schon an ein Mittelgebirge erinnert. Entstanden ist es in der letzten Eiszeit, als das ablaufende Wasser durch viele Rinnen ablief.

Moore, Erlenbrüche und überall Buchen

Ein gekennzeichneter Weg führt durch den Grumsin, vorbei an Mooren, Erlenbrüchen und Seen und natürlich hauptsächlich an den eindrucksvollen Buchen, deren Äste so weit oben beginnen, dass der Wald an manchen Stellen wie eine Halle wirkt. Der Grumsin ist Rückzugsgebiet für seltene Tierarten wie den Seeadler, den Kranich und den Schwarzstorch, Orchideen wachsen darin und andere besondere Pflanzen wie die Sumpfcalla oder das Torfmoos. Klar, dass ein solches Gebiet geschützt werden muss.

Viele Bereiche sind unzugänglich

Wer den Grumsin betritt, muss deshalb auf den Wegen bleiben, viele Bereiche sind völlig unzugänglich. Zu sehen gibt es trotzdem so viel, dass man meistens sehr lange unterwegs ist. Besonders schön finde ich den Eingang in Altkünkendorf, bei dem man das Gefühl hat, durch ein kleines Tor eine mächtige Kathedrale zu betreten.

Führungen mit Experten durch den Grumsin

Wer noch mehr sehen möchte, muss sich einer Führung anschließen. Spannend ist zum Beispiel die Tour in die Kernzone, die immer am zweiten und vierten Samstag im Monat um elf Uhr stattfindet, wenn sich mindestens sechs Interessierte finden (Start: Bushaltestelle Gehegemühle, Anmeldung bis freitags, zwölf Uhr, unter info@angermuende-tourismus.de, Tel. 03331/29 76 60, Kosten: 15 Euro pro Person, Kinder bis 16 Jahren 8 Euro). Überblicksführungen gibt es sonntags um 13 Uhr am Infopunkt in Altkünkendorf (Anmeldung: info@angermuende-tourismus.de, Tel. 03331/29 76 60). Sie sind ungefähr sechs Kilometer lang. Kosten: 10, Kinder bis 16 Jahren 5 Euro. Weitere Führungstermine finden Sie hier.

Auch individuelle Absprachen sind möglich. Weitere Informationen zum Unesco-Weltnaturerbe Buchenurwälder finden Sie unter weltnaturerbe-buchenwaelder.de und grumsinerforst.net.

Übrigens: Am 7. Juni ist Welterbe-Tag, und er wird auch im Grumsin gewürdigt. Es gibt eine Exkursion, bei der jeder kostenfrei teilnehmen kann (10 bis 16 Uhr, Anmeldung: blumberger.muehle@nabu.de, Tel. 03330/26040).

Anfahrt zum Grumsin: A 11 bis Joachimsthal, weiter auf der B 198 Richtung Angermünde. Parken kann man am Informationszentrum in Groß-Ziethen. Nach Altkünkendorf kommt man nach der Autobahnabfahrt Joachimsthal, in Althüttendorf geht es auf der K6016 durch Neugrimnitz bis Altkünkendorf. Wer mit der Bahn kommen will, nimmt die Linie RE 3 bis Angermünde und dann den Bus 452 bis Altkünkendorf. Im Sommer verkehrt auch die Linie 496 (BiberBus) alle zwei Stunden vom Bahnhof Angermünde.

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