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Fleißige Pelzträgerin: die Hummel

Es wird ja gern gesagt, dass die Hummel aufgrund ihres Gewichtes und der kleinen Flügel eigentlich gar nicht fliegen können dürfte. Denn die Gesetze der Aerodynamik besagen, dass ein Wesen mit 1,2 Gramm Körpergewicht und einer Flügelfläche von 0,7 Quadratzentimetern unmöglich vom Boden abheben kann. Doch was tut die Hummel? Sie weiß von nichts. Und fliegt. Den Beweis sieht man im Frühling und Sommer überall in der Natur in Berlin.

Neue Erkenntnisse über die Hummel

So ganz stimmt das mit der Hummel und der Aaerodynamik aber nicht. Die Wissenschaftler hatten nämlich bei ihren Berechnungen vergessen, dass Insektenflügel schlagen und nicht wie beim Flugzeug starr sind – und damit einen ganz anderen Auftrieb haben als Flugzeuge. Ein Wirbel und Unterdruck spielen dabei eine Rolle. Womit bewiesen wäre, dass Hummeln also doch fliegen können, und zwar ganz offiziell.

250 Arten gibt es

Hummeln sind auch sonst sehr interessante Geschöpfe. Sie sehen den Bienen ein bisschen ähnlich – und sie gehören auch zu den Bienen. Aber sie sind deutlich runder als ihre Verwandten. Sie tragen Pelz, dessen Farbe Variationen von schwarz und gelb enthält, und ihr Summen ist so laut und eindrucksvoll, dass es den Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow zu seinem weltberühmten Stück „Hummelflug” inspiriert hat. Weltweit gibt es ungefähr 250 Hummelarten. In Europa sind es 70, in Deutschland 41, darunter 16, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Ab und zu sieht man dicke Erdhummeln, die ihrem Namen alle Ehre machen: Sie leben in Erdlöchern.

Hummelstaaten sind klein

Wie Bienen bilden auch die Hummeln Staaten, aber die sind deutlich kleiner und haben nur etwa 50 bis 600 Mitglieder. Auch hier gibt es Arbeiterinnen, Drohnen und eine Königin. Hummelvölker leben nur einen Sommer, im Herbst sterben sie und nur die befruchtete Königin überwintert und beginnt im zeitigen Frühling mit dem Bau eines neuen Nestes für ihr künftiges Volk.

Produktion von Honig für den Eigenbedarf

Wie die Bienen produzieren auch die Hummeln Honig (einen ziemlich dickflüssigen), aber weil ein Hummelvolk, wie eben erwähnt, deutlich kleiner ist als ein Bienenstaat, sammelt es auch wesentlich weniger, und außerdem braucht es den Honig für seine Brut. Beim Sammeln des Nektars sind Hummeln übrigens nicht wählerisch, sie gelten als die Generalisten unter den Bienenarten.

Kein Problem mit schlechtem Wetter

Bienen gelten als fleißig, aber wenn man es ganz streng nimmt, sind Hummeln sogar noch ein bisschen fleißiger, denn sie sind viel länger auf Nahrungssuche, weil ihnen kühlere Temperaturen wenig ausmachen. Manchmal sind sie 18 Stunden am Stück unterwegs und bestäuben in dieser Zeit 1000 Blüten! Schlechtes Wetter hindert sie nicht am Nektar-Sammeln. Ihr Fleiß hat einen Grund: Weil ihre Vorräte kleiner sind, müssen sie häufiger fliegen, um ihr Volk zu versorgen. Die Natur profitiert davon, besonders in eher feuchten Sommern. Bei kühlem Wetter fliegen Bienen nämlich nicht, und dann sind Hummeln für die Bestäubung vieler Pflanzen noch wichtiger.

Die Hummel ist ein friedfertiger Stachelträger

Stechen kann die Hummel übrigens auch. Aggressiv ist sie allerdings überhaupt nicht, sie sticht nur, um sich zu verteidigen, und sie versucht es auch vorher mit anderen Abwehrreaktionen. Ihr Stich kann schmerzhaft sein, gefährlich ist er aber höchstens für Allergiker. Anders als bei einer Biene bleibt der Stachel auch nicht stecken und die Hummel  überlebt die Attacke. Zum Glück.

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