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Lecker und gesund: die Garten-Senfrauke

Eigentlich blüht die Senfrauke im Sommer. Aber das Exemplar auf dem Foto hielt sich nicht daran und öffnete ihre Blüten mitten im Dezember. Und auch sonst ist die Pflanze ziemlich interessant. Grund genug für ein Porträt.

Die Senfrauke und ihr aromatischer Duft

Ursprünglich stammt die zu den Kreuzblütlern gehörende Senfrauke (Eruca vesicaria) aus der Mittelmeer-Region. Die bekannteste Unterart ist die Garten-Senfrauke, die auch als Ölrauke oder Rucola bekannt ist. Wer an den Blättern reibt, nimmt den aromatischen Duft wahr.

Cremeweiße Blütenblätter

Die Garten-Senfrauke wird 40 bis 80 Zentimeter hoch. Die Blätter haben die typische Rucola-Form und sind in Boden-Nähe größer als weiter oben. Die Blüten, die normalerweise zwischen Mai und August erscheinen, haben vier cremeweiße Blättchen mit bräunlichen Adern. Sie werden vor allem von Wildbienen bestäubt. Anschließend bilden sich längliche Schoten mit 1,5 bis 2,5 Millimeter großen kugelig-eiförmigen Samen.

Wenn man sich die aparte Pflanze so anschaut, kann man sich kaum vorstellen, dass sie früher als Unkraut bezeichnet wurde. Kleine Anekdote: Während Karl der Große einst den Anbau empfahl, war sie in Klostergärten tabu, denn es heißt, dass die Senfrauke die Manneskraft stärkt…

Aus Gärten verwildert

In der wilden Natur ist die Garten-Senfrauke eher selten – meist sind es Exemplare, die sich aus Gärten verwildert haben und mit den vorhandenen Bedingungen gut zurechtkommen. Auf Ruderalstellen kann man sie ebenso sehen wie an halbschattigen Wegrändern. Die Pflanze liebt frischen und nährstoffreichen Boden aus Lehm oder Sand, und sie ist eine echte Wärme-Anbeterin.

Garten-Senfrauke im Garten

Wenn Sie die Senfrauke im Garten anbauen möchten, können Sie sie aus Samen vermehren oder sie in guten Gartencentern kaufen (Tipp: Achten Sie auf die botanische Bezeichnung (Eruca vesicaria subsp. sativa). Das Gewächs ist nicht nur verlockend für Insekten, sondern auch eine wertvolle Zutat in der Küche – das war schon im Mittelalter bekannt.

Verwendet werden viele Tele der Pflanze: Die fettreichen Samen liefern ein Öl, das zum Beispiel in der Kosmetik als Massageöl Einsatz findet. Rucolaöl gibt es auch im Feinkosthandel. Meist steckt darin allerdings nur ein kleiner Anteil Rucola. Als Basis wird häufig zum Beispiel Traubenkern- oder Olivenöl eingesetzt, und Rucola liefert das pfeffrige Aroma.

Gesund und lecker

Aus den Samen wird außerdem ein Gewürz hergestellt, das Ähnlichkeit mit Senf hat. Kein Wunder, denn es enthält neben Eruca- und Linolensäure auch Senföl. Es wird in der Küche als Würze für Pesto und Pizza eingesetzt.

Am bekanntesten aber sind die leicht bitter-nussig schmeckenden Blätter der Garten-Senfrauke, die Sommersalate abwechslungsreich machen. Sie enthalten viel immunstärkendes Vitamin C, mehrere B-Vitamine, Vitamin A, Folsäure, Eisen, Calcium, Kalium und Magnesium. Die Bitterstoffe regen die Bauchspeicheldrüse und die Leber an und wirken zudem antibakteriell und entzündungshemmend.

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