Cashewkerne gehören zu den beliebten Zutaten für Müsli. Trotzdem ist über den Baum, an dem sie wachsen, wenig bekannt. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Früchte in rohem Zustand giftig sind?Der Botanische Sondergarten Wandsbek hat den Cashew-Baum jetzt zur Giftpflanze des Jahres 2025 gekürt.
Der Cashew-Baum stammt aus Mittel- und Südamerika
Heimat des Cashew-Baums (Anacardium occidentale), der zur Familie der Sumachgewächse gehört, ist Süd- und Mittelamerika, z.B. der Nordosten Brasiliens. Aber auch in Asien, Lateinamerika, Indien und Afrika wird er angebaut. Er wird etwa zwölf Meter hoch und hat häufig einen bizarr geformten Stamm mit vielen Zweigen. Die Blätter sind eiförmig, lederartig und haben auffällig hellgrüne Blattadern.
Nüsse ähneln kleinen Nieren
Den Namen „Cashew“ verdankt die Pflanze den Portugiesen. Sie klauten den Namen von den indigenen Stämmen, die sie „Ajacu“ (Nierenbaum) nannten. Der Name passt, denn die Cashewnüsse sind tatsächlich geformt wie kleine Nieren. Andere sagen „Elefantenläuse“ dazu – das lassen wir hier mal einfach so stehen. Die Früchte sind in der südamerikanischen Küche weit verbreitet. Roh genießen kann man sie allerdings nicht, denn ihre harte Schale enthält eine Säure, die die Haut stark reizt. In den Samen steckt Cardol-Öl, das die Schleimhäute angreift und beim Genuss heftige Koliken verursacht.
Die Früchte werden vor dem Export behandelt
Bevor die Nüsse in den Handel kommen, wird die Schale entfernt und die Nüsse werden gedämpft oder geröstet – so wird das Cardol-Öl unschädlich gemacht. Es wird als Nebenprodukt genutzt, zum Beispiel zur Behandlung von Holz, das dadurch vor Pilzen geschützt wird.
Cashew in der Küche
Die so behandelten Cashewnüsse sind gute Nährstofflieferanten. Sie enthalten viele Vitamine, darunter Vitamin E und viele B-Vitamine (B1, B2, B3, B6, B7, B9), außerdem die Mineralstoffe Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor. Sie sind etwas fettärmer als andere Nüsse – zudem sind diese Fette sehr hochwertig (in Form von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren). Mit bis zu 21 Protein sind sie eine gute Eiweißquelle. Weiterhin enthalten sie Tryptophan, eine Aminosäure, aus der das „Glückshormon“ Serotonin gebildet wird. Allerdings sind die Nüsse mit 592 Kalorien pro 100 Gramm keine Leichtgewichte. A propos Nuss: Botanisch gilt die Cashew als Kern, nicht als Nuss.
Hinweis: Falls Sie eine Histaminunverträglichkeit haben, sollten Sie auf den Genuss von Cashews verzichten.
Rote Blütensterne
Noch ein paar Informationen zum Cashewbaum: Blütezeit ist zwischen Juni und August. Dann bilden sich die Rispen mit roten Blütensternen, deren Staubblätter unterschiedlich groß sein können. In der tropischen Heimat des Cashewbaums übernehmen Ameisen, Bienen und Fliegen die Bestäubung.
Essbare Cashewäpfel
Später bilden sich die nierenförmigen Früchte, die an einem birnenförmigen Fruchtstiel hängen. Er wird auch als „Cashewapfel“ bezeichnet und ist erst grün, später orangerot. Cashewäpfel sind essbar, sie schmecken angenehm süß und enthalten viel Vitamin C. Aber weil ihre Schale sehr druckempfindlich ist, können sie nicht transportiert werden, sondern man verarbeitet sie gleich nach der Ernte zu Püree, Saft oder Marmelade. In Indien bereiten die Menschen daraus auch gern ein alkoholisches Getränk namens „Feni“ zu.
Kein Baum fürs Freiland
In Mitteleuropa ist es dem Baum zu kalt – er kann nur im Gewächshaus angepflanzt werden. Bei uns wird er auch deshalb maximal drei Meter hoch und bleibt meist ein Strauch. Im Gewächshaus gedeiht er am besten bei mindestens 18 Grad (diese Temperatur muss auch nachts beibehalten werden). Er liebt hohe Luftfeuchtigkeit und feuchte, staunässefreie Böden.
Cashew-Baum selbst ziehen oder kaufen
Falls der Baum im Gewächshaus Früchte bilden sollte: Unbehandelte Samen können Sie für die Vermehrung der Pflanze nutzen. Achten Sie aber darauf, Handschuhe zu tragen, wenn Sie sie berühren. Rauhen Sie die Kerne leicht mit Schmirgelpapier an und legen Sie sie danach für 48 Stunden in lauwarmes Wasser. Danach können Sie sie in Anzuchterde drücken – mit der Einbuchtung nach unten und nur bis zur Hälfte. Decken Sie das Gefäß mit Folie ab, in die Sie kleine Löcher bohren und stellen Sie es an einen warmen, hellen Ort. Achten Sie darauf, die Erde feucht zu halten, ohne dass sich Staunässe bildet. Kaufen können Sie die Pflanze z.B. bei Flora Toskana, bei Palmensamen.ch oder beim Fesaja-Versand.
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