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Das Sumpf-Blutauge liebt nasse Füße

Das Sumpf-Blutauge wächst dort, wo es nicht allzu viele Pflanzen aushalten: auf den nassen Böden von Mooren und im Schlamm. Das macht es nicht eben einfach, nahe heranzukommen. Und leider sind die Chancen, das aparte Gewächs zu sehen, nicht sehr groß, denn es ist sehr selten.

Sumpf-Blutauge: Verwandtschaft mit der Erdbeere

Die fünf- bis siebenteilig gefiederten Blätter erinnern an die des Gänse-Fingerkrauts, und das ist kein Wunder, denn das Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris) gehört zur Gattung der Fingerkräuter und zur Familie der Rosengewächse. Es ist also auch mit Erdbeere, Himbeere, Kirsche und Apfel verwandt.

Verwechseln könnte man das Sumpf-Blutauge mit der Bachnelkenwurz, die ebenfalls auf feuchten Böden wächst und deren Blüten die gleiche Farbe haben. Allerdings hängen sie glockenartig nach unten.

Eindrucksvolle Blüten

Das Sumpf-Blutauge wird etwa 50 Zentimeter hoch. Der Stängel verzweigt sich nach oben hin. Sehr eindrucksvoll sind die Blüten. Die Blüte ist fünfzählig, Kelch- und Kronblätter sind dunkelrot bis braun, in der Mitte umrahmen 20 schwarz-purpurne Staubblätter die Sammelnussfrucht, die ein bisschen wie eine kleine dunkle Erdbeere aussieht. Blützeit ist zwischen Ende Mai und August, bestäubt wird das Sumpf-Blutauge von Fliegen, Bienen und Hummeln.

Samen werden von Tieren verbreitet

Anschließend reifen die Samen – hellbraune kugelige Nüsschen – aus den (übrigens ungenießbaren) „Erdbeeren“ heran. Um die Verbreitung kümmern sich Tiere, vor allem Wasservögel, an deren Gefieder die Nüsschen hängenbleiben. Die Früchte können aber auch schwimmen und so bis zu zwölf Monate überdauern.

Vorliebe für Moore

Das Sumpf-Blutauge, das auch als Sumpf-Fingerkraut bezeichnet wird, ist in ganz Europa, auch im hohen Norden, heimisch. Lieblings-Standorte sind Nieder- und Zwischenmoore sowie nasse Torf- und Schlammböden. Die langen Wurzeln der Pflanze sorgen dafür, dass sich die Pflanze an offenen Schlammstellen gut ausbreiten kann. Weil Moore und andere feuchte Biotope heutzutage sehr selten geworden sind, steht das Sumpf-Blutauge auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Streng geschützt

Klar, dass die Pflanze unter strengem Schutz steht. Pflücken oder Abschneiden ist selbstverständlich streng verboten. Weil man sie aber im Fachhandel für den Garten kaufen kann (nur geeignet für Gärten mit Teich oder moorigen Bereichen, Töpfchen bekommt man ab 3,50 Euro), erwähne ich hier auch noch ihre Heilkräfte.

Das Kraut hilft gegen Rheuma

Die Wurzeln und das Kraut enthalten ätherische Öle, Farb- und Gerbstoffe, Isovaleriansäure und Tannine, und sie helfen gegen Durchfall, Magenprobleme, Rheuma und Wunden. Die Wurzeln enthalten zudem einen roten Farbstoff, der früher zum Färben und Gerben genutzt wurde. Das Kraut wird im Frühling gesammelt und getrocknet. Wenn man einen Esslöffel getrocknetes Kraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießt und zehn Minuten ziehen lässt, erhält man einen Tee, der bei Rheuma hilft. Eine Abkochung aus den getrockneten Wurzeln lindert Durchfall.

Sumpf-Blutauge für den Garten

Wer das Sumpf-Blutauge in seinem Garten anbauen will, sollte darauf achten, dass der Boden feucht bis nass ist, es aber keine Staunässe gibt. Die Pflanze verträgt direkte Sonne und auch Halbschatten. Wenn der Standort gut gewählt ist, breitet sie sich auch über ihren Wurzelstock aus.

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