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Seltener Anblick: Ein Punktbär im Herbst-Garten

Der Punktbär gehört zu den sehr auffälligen Schmetterlingen. Mit seinen weißen, mit vielen roten und schwarzen Punkten und Flecken übersäten Vorderflügeln kann man ihn wirklich nicht übersehen. Kein Wunder, dass er auch als Harlekinbär bezeichnet wird!

Der Punktbär ist ein Bärenspinner

Der Falter gehört zur Familie der Bärenspinner (Verwandte sind zum Beispiel der Russische Bär und der Braune Bär) und hat eine Flügelspannweite von etwa 30 bis 40 Millimetern. Die bunte Färbung trägt er nur auf den Vorderflügeln, die Hinterflügel sind weiß mit bräunlichen Flecken. Der Hinterleib ist hellblau bis weiß.

Die Färbung soll Fressfeinde abschrecken

Die bunten Punkte und Flecken sind nicht einfach eine Laune der Natur, sondern eine Warnung an potenzielle Fressfeinde: Vorsicht, ich bin giftig! Das stimmt tatsächlich, denn die Raupen ernähren sich von Pflanzen, die Gifte enthalten, was auch die ausgewachsenen Tiere ungenießbar macht.

Wanderfalter auf Durchreise

Zuhause ist der Punktbär in Afrika, im Mittelmeerraum und in Mittel- bzw. Südostasien. Aber auch in Deutschland kann man ihm inzwischen ab und zu begegnen – er ist ein Wanderfalter, der im Herbst aus den südlichen Gebieten zu uns kommt, hier aber nicht überwintert.

Der Schmetterling ist eigentlich nachtaktiv

Trotzdem ist er in Mitteleuropa sehr selten. Das Foto ist am südlichen Rand des Harzes aufgenommen worden. Es ist aus einem weiteren Grund etwas Besonderes: Der Punktbär (Utetheisa pulchella) ist eigentlich nachtaktiv – das Exemplar auf dem Foto schien aber die Herbstsonne sehr zu genießen.

Raupen verpuppen sich in Gespinsten am Boden

In den südlichen Gebieten, die warm genug zum Überwintern sind, bauen sich die Raupen des Punktbärs Gespinste zwischen Blättern am Boden, in denen sie sich verpuppen. Die Puppen sehen übrigens sehr ähnlich aus wie die ausgewachsenen Tiere, auch sie haben schwarze und orangerote Flecken. Die Falter leben vor allem in Grassteppen.

Der Punktbär liebt Ochsenzunge und Natternkopf

Bevorzugte Futterpflanzen der Raupen sind Natternkopf, Vergissmeinnicht und Raublattgewächse wie Borretsch und Ochsenzunge. Übrigens: Wenn Sie Schmetterlinge, Hummeln und Bienen in Ihren Garten locken möchten, sollten Sie die eben genannten Gewächse anpflanzen. Und noch einige mehr, etwa Lavendel und Thymian, Disteln, Königskerze, Seifenkraut, Wiesensalbei, Nachtkerze und andere Wildblumen – zwar ist die Chance, einen Punktbär zu sehen, trotzdem gering, aber Sie können sich über den Besuch unzähliger Insekten freuen!

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