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Eindrucksvoller Riese: der Sägebock

Der Sägebock ist ein eindrucksvolles Geschöpf: Er gehört zu den größten heimischen Käfern, hat einen glänzenden schwarz-braunen Chitin-Panzer und kräftige, gesägte Fühler. Allerdings sind die Chancen, ihm zu begegnen, nicht sehr groß: Der Sägebock ist nachtaktiv.

Der Sägebock und seine Verwandten

Der Sägebock (Prionus corianius) gehört zur Familie der Bockkäfer. Zu seinen Verwandten gehören extrem seltene Arten wie der prachtvolle hellblau-schwarze Alpenbock oder der mit mächtigen Fühlern ausgestattete Große Eichenbock. Der Sägebock ist zum Glück noch relativ verbreitet.

Gesägte Fühler

Bis zu viereinhalb Zentimeter groß wird der etwas plumpe Käfer, der in ganz Mitteleuropa unterwegs ist. Auffällig sind die drei zahnartigen Vorsprünge am Halsschild. Und natürlich die Fühler, die beim Männchen dicker und stärker gesägt sind als beim Weibchen (das Foto zeigt ein Weibchen).

Vorliebe für naturnahe Laubwälder

Bevorzugter Lebensraum sind alte Bäume in naturnahen Laub- und Mischwäldern, aber auch in Alleen. Mit etwas Glück können Sie ihn abends sehen, denn er sucht gerne Lichtquellen auf. Weil er so groß ist, kann man ihn im Flug aber auch kaum überhören – der Sägebock ist im wahrsten Sinn des Wortes ein dicker Brummer. Er kann aber auch noch ganz andere Geräusche verursachen: Er zirpt. Das tut er, indem er seine Hinterbeine gegen die Flügeldecken reibt.

Unterwegs ist der Käfer, der als ausgewachsenes Tier keine Nahrung zu sich nimmt, zwischen Juli und September. Nach der Paarung legt das Weibchen etwa 170 Eier in Rinder-Ritzen kranker oder frisch abgestorbener Laubbäume (vor allem Eichen) ab. Sobald die Larven geschlüpft sind, beginnen sie, das Holz unterhalb der Rinde zu fressen. Später wandern die Larven, die bis zu sechs Zentimeter lang werden, in Richtung Boden und ernähren sich von den Wurzeln des Baums. Insgesamt dauert es drei Jahre und 14 Häutungen, bis sich die Larve in einem Kokon verpuppt und der ausgewachsene Käfer schlüpft.

Dass der Sägebock noch relativ häufig ist, liegt daran, dass er auch in Wirtschaftswäldern leben kann. Denn auch dort bleiben zumindest die Baumstümpfe stehen, in die die Weibchen die Eier legen können. Nur dort, wo es sehr aufgeräumt ist und wirklich kein Totholz stehen bleibt, findet der eindrucksvolle Käfer keinen Lebensraum. Grund genug, naturnahe Wälder zu erhalten!

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