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Woher die Stinkende Nieswurz ihren Namen hat

Das Gewächs auf dem Foto beweist es: Der Frühling ist wirklich nicht mehr fern. Es ist eine Stinkende Nieswurz, die zu den ersten Frühjahrsboten gehört. Mit ihrer Wuchshöhe von bis zu 60 Zentimetern ist sie ziemlich eindrucksvoll.

Die Stinkende Nieswurz und die Christrose

Ihren Namen verdankt die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) ihren langen, schmalen Blättern, die einen ziemlich strengen Geruch verströmen. Die Pflanze gehört zu den Hahnenfußgewächsen, und sie ist mit der Christrose, aber auch mit der Grünen Nieswurz verwandt.

Vorliebe für lichte Wälder

Bevorzugter Standort der Stinkenden Nieswurz sind lichte Wälder mit sonnigen und halbschattigen Bereichen, sie mag kalkhaltige Böden.

Keine Probleme mit Frost

Manchmal blüht die Pflanze schon, wenn noch Schnee liegt. Frost macht ihr nichts aus. Bei dem Exemplar auf dem Foto beginnt die Blüte gerade erst, bei älteren Blüten färbt sich der Blütenrand rot. Die grünen Blütenglöckchen werden bis zu zwei Zentimeter groß. Und sie locken trotz ihrer frühen Blütezeit Insekten an.

Hummeln als Bestäuber

Die ersten Hummeln und Wildbienen gehören zu den Bestäubern. Angelockt werden sie durch einen Trick: Sie nutzt Hefepilze, die den zuckerhaltigen Nektar der Blüten besiedeln. Dabei erwärmen sich Nektar und direkte Umgebung – der Temperaturunterschied zur weiteren Umgebung kann bis zu sechs Grad betragen! Insekten nutzen die Möglichkeit, nicht nur die Pollenmahlzeit zu genießen, sondern sich auch in der Blüte aufzuwärmen.

Ameisen helfen bei der Verbreitung

Nach der Bestäubung reifen die Samen in Balgfrüchten heran. Das sind Fruchthüllen, in denen mehrere einzelne Samen stecken. Eine Fruchtwand umgibt sie. Wenn die Samen reif sind, öffnen sich die Nähte der Wand und geben ihren kostbaren Inhalt frei. Für die Verbreitung nutzt die Stinkende Nieswurz Ameisen. An den Samen kleben fett- und nährstoffreiche Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Für die haben Ameisen eine besondere Vorliebe. Sie tragen die Samen samt Anhängsel in ihren Bau, lösen das Elaiosom ab und bringen die für sie wertlosen Samen wieder nach draußen.

Die Stinkende Nieswurz ist sehr selten

Als Wildpflanze ist die Stinkende Nieswurz in Deutschland ziemlich selten und steht unter Schutz. Aber als Zierpflanze ist sie beliebt, weil sie zu den ersten Blühpflanzen des Jahres gehört. Wenn Sie sie anpflanzen möchten, sollten Sie allerdings beachten, dass sie stark giftig ist. Es ist deshalb wichtig, Kinder und Haustiere fern zu halten.

Die Bezeichnung Nieswurz erklärt sich übrigens dadurch, dass die Pflanze früher als Schnupfmittel genutzt wurde.

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