Kategorien
Allgemein Park & Platz Wildes Berlin

Begegnung mit der Blauen Holzbiene

Die Blaue Holzbiene ist ein Riese unter den Wildbienen. Groß wie eine Hummel ist sie und sie macht sich mit sehr lautem Brummen bemerkbar. Aber keine Sorge, sie ist friedlich. Mit ihrem schwarzmetallisch glänzenden Panzer und den blauschwarzen Flügeln gehört sie zu den auffälligsten Insekten überhaupt. Auch in Berlin kann man ihr begegnen.

Die Holzbiene liebt morsches Holz

Ihren Namen verdankt die Holzbiene (Xylocopa violacea) der Tatsache, dass sie Löcher in morsche Bäume bohrt und darin ihren Nachwuchs aufzieht. Beim Bohren ist sie nicht zimperlich, sie produziert feines Sägemehl. Nach der Paarung im Frühjahr beginnt das Weibchen im Mai damit, die Bruthöhle anzulegen. Man kann es dann an Hauswänden oder Bäumen sehen, wo es nach geeigneten Nistplätzen sucht.

Die Bruthöhle ist bis zu 30 Zentimeter tief

Wenn sie etwas gefunden hat, beginnt sie, mit ihren Kiefern fingerdicke Gänge in morsches Holz zu nagen. Bis zu 30 Zentimeter tief sind diese Gänge, in denen das Weibchen Nistzellen anlegt und Pollen für den Nachwuchs unterbringt, bevor es in jede Zelle ein Ei legt. Der Nachwuchs schlüpft nach wenigen Wochen.

Eine Biene ohne Staat

Anders als die Honigbiene lebt die Holzbiene solitär, sie bildet also keine Staaten. Bei der Nahrungssuche ist sie einfallsreich. Sie bevorzugt Korbblütler, Lippenblütler und Schmetterlingsblütler – mit ihrer langen Zunge kann sie den Nektar gut erreichen. Wo es kompliziert wird, nagt sie einfach ein Loch in die Blütenwand und bedient sich. Die Pflanze hat das Nachsehen, denn auf diese Weise bekommt die Biene zwar Nektar, aber sie nimmt keinen Pollen mit.

Unterwegs auf sonnenwarmen Streuobstwiesen

Begegnen könnte man der Biene in ganz Süd- und Mittelwuropa, vor allem dort, wo es warm und sonnig ist. Ursprünglich kommt sie aus südlicheren Gefilden, aber sie fühlt sich schon lange auch bei uns sehr wohl, sie gehört zu den Arten, die durch den Klimawandel immer weiter nördlich wandern. Eine Vorliebe hat sie für Streuobstwiesen und naturnah bewirtschaftete Gärten. Wichtig für sie ist ein ausreichender Bestand an weichem Totholz für ihre Brut. Genau das ist ihr Problem, denn in Mitteleuropa sind Wälder meist sehr aufgeräumt und von totem Holz befreit.

Platz 8 beim Insektensommer 2020

Bei der Nabu-Aktion Insektensommer 2020, bei der Naturfreunde Insekten zählen sollten, landete die Holzbiene auf Platz elf (Platz 1 belegte die Ackerhummel, dahinter kamen die Westliche Honigbiene, der Siebenpunkt-Marienkäfer, der Kleine Kohlweißling, die Wildbiene, Wespen, der belegen die Steinhummel, Schwebfliegen, die Dunkle bzw. Helle Erdhummel und das Tagpfauenauge die Plätze zwölf bis 15. Die weiteren Platzierungen finden Sie hier).

Gefährdete Art

Die relativ gute Platzierung beim Insektensommer sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Holzbiene in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Wer eine sieht, darf sich also sehr freuen.

Hilfe für die Blaue Holzbiene

Wer der Blauen Holzbiene helfen will, sollte seinen Garten nicht allzusehr von Altholz befreien und auch mal Stämme abgestorbener Bäume stehen lassen. Eine gute Alternative ist ein Insektenhotel, das man selbst bauen oder im Gartencenter kaufen kann. Und: Pflanzen Sie Lippen-, Korb- oder Schmetterlingsblütler an. Die sind generell bei Insekten beliebt. Und hübsch noch dazu!

Das könnte Sie auch interessieren:

Friedliche Mückenjägerin: die Feldwespe

Anzeige:

Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.