Haben Sie schon mal einen blauen Frosch gesehen? Ich meine keinen Spielzeugfrosch, sondern einen sehr lebendigen – und sogar einen, den man auch in der Natur in Berlin und Brandenburg sehen kann. Es ist der Moorfrosch, den die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) gerade zum Lurch des Jahres 2025 gekürt hat. Übrigens: Der Frosch ist nicht immer blau…
Der Moorfrosch – eine gefährdete Art
Der Moorfrosch (Rana arvalis) gehört zu den sogenannten Braunfröschen und ist fast immer bräunlich grün gefleckt. Damit passt er sich bestens an seine Umgebung an.Im Wald sieht man ihn erst dann, wenn er weghüpft. Dabei ist der Moorfrosch mit sechs Zentimetern Körperlänge nicht wirklich klein.

Sein Lebensraum sind, wie der Name schon sagt, Feuchtgebiete. Flächen mit hohem Grundwasserstand, die heute selten geworden sind, weil immer mehr Moore trockengelegt werden. Deshalb steht der Frosch auch auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Heute kann man ihn nur noch am Rand von Hochmooren, in Niedermooren, auf wassergesättigten Feuchtwiesen und in Au- und Bruchwäldern entlang von Flüssen.
Blaue Farbe als
Balz-Schmuck
Dabei tut der Moorfrosch selbst viel für seine Vermehrung. Im Frühling (ungefähr jetzt) hört man seinen Balzruf, der sich anhört wie „uog-uog-uog“. Und jetzt kommt die Farbe ins Spiel: Um seine Bereitschaft zu unterstreichen, verfärbt er sich in der Paarungszeit ganz oder teilweise hellblau. Wie er das macht, ist unklar – und warum, ebenfalls. Als ich die blauen Frösche zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, die Tiere wären in Farbe gefallen. Übersehen konnte man sie jedenfalls nicht. Prompt stakste ein Storch in geringem Abstand hinter der hüpfenden Meute her.
Moorfrosch-Weibchen legen bis zu 2000 Eier
Etwa ab Ende März verlassen Moorfrösche ihre Winterquartiere und wandern zu den Laichgewässern. Dort versammeln sich die Männchen in größeren Gruppen, um Weibchen anzulocken. Wenn ein Weibchen Interesse zeigt, wird es vom Männchen hinter den Vorderbeinen gepackt – die Paarung beginnt. Anschließend legt das Weibchen Laichballen mit bis zu 2000 Eiern an Wasserpflanzen ab. Die ersten Kaulquappen schlüpfen, wenn die Wetterbedingungen günstig sind, schon nach drei Tagen, manchmal dauert es aber auch drei Wochen. Ende Juni verwandeln sich die Kaulquappen dann in winzige Frösche. Bis sie geschlechtsreif sind, vergehen zwei bis fünf Jahre, die Tiere können bis zu elf Jahre alt werden.
Viele Feinde
Allerdings haben Moorfrösche viele Feinde. Neben dem Storch gehören dazu Graureiher und Greifvögel, aber auch Ringelnattern, Marder und Waschbären. Selbst die Kaulquappen sind gefährdet: Die Larven von Libellen und Käfern, aber auch Fische ernähren sich von ihnen.
Hilfe für den Moorfrosch
Um Moorfröschen und anderen Amphibien zu helfen, sollten temporär überflutete Feuchtwiesen erhalten bzw. wiederhergestellt werden. Auch die Revitalisierung von Bruchwäldern, die Erhaltung und Wiedervernässung von Mooren und die Förderung extensiver Grünlandbewirtschaftung mit Verzicht auf Düngung und Biozide sind wichtige Maßnahmen. Hilfreich ist zudem, wenn Wiesen nur einmal im Jahr (möglichst spät) gemäht werden und dabei eine Schnitttiefe von mindestens zehn Zentimetern über dem Boden eingehalten wird. Das hilft nicht nur dem Frosch, sondern trägt zum Schutz der Artenvielfalt bei.
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2 Antworten auf „Wenn der Moorfrosch blau macht“
Liebe Silke,
außer zu Igeln haben wir auch zu Kröten ein ganz besonderes Verhältnis. Unter unserer Holzterrasse scheinen sich Kröten sehr wohl zu fühlen. Kurz nach der Dämmerung kommen sie dann heraus. Wir haben sie schon beim Liebesspiel hinter dem Strandkorb erwischt (sie geben dabei gar nicht so unmenschliche Geräusche von sich). Da wir in einer sehr katholischen Gegen leben und die Kröten keinen Trauschein vorweisen konnten, hat meine Frau das Treiben beendet und die Kröten verscheucht. Sie haben uns das aber nicht übel genommen.
Wenn wir die Terrassentür offen lassen, kommt gerne eine Kröte ins Wohnzimmer. Gar nicht so einfach, die Kröte unversehrt wieder nach draußen zu befördern. Es sind übrigens sehr schöne Tiere, sie haben ein schönes Muster auf dem Rücken und fühlen sich auch gar nicht kalt und feucht an. Letztes Jahr habe ich beim Frühstück im Augenwinkel auf dem Fensterbrett unmittelbar neben mir eine Bewegung vernommen. Dort saß eine Kröte!!! Sie hatte die Nacht im Wohnzimmer verbracht und war dann, als wir aufgestanden sind, auf das Fensterbrett geflüchtet. Eine seltsame Begegnung am frühen Morgen.
Vor ein paar Jahren habe ich einen koreanischen Kunden vom Flughafen abgeholt. Auf dem Weg in unser Werk fährt man auf kleinen Straßen durch das niederbayerische Hügelland. Entlang der Straßen sind Krötenzäune. Auf der Fahrt kamen wir an einem Krötensammler vorbei, der die Kröten entlang des Zaunes aufgesammelt hat. Der Kunde, der zum ersten Mal im Ausland war, fragte mich, ob in Deutschland viele Kröten gegessen werden. Ich erklärte ihm, dass der Krötensammler die Kröten auf der anderen Straßenseite wieder freilassen würde. Er hat mir das nicht geglaubt. In Korea würde wohl niemand, der einen Eimer voller Kröten gesammelt hat, diese freilassen anstatt sie zu verspeisen.
Seit langer Zeit haben sich Kröten und Autofahrer in Niederbayern miteinander arrangiert. Kröten sind stets rechts abgebogen. Die Autofahrer haben sich darauf eingestellt und alle waren zufrieden.
Aber dann eines Tages haben sich einige Kröten aufgemacht das eingespielte Zusammenleben mit den Autofahrern aufzukündigen. Sie begannen (welche Frechheit), links abzubiegen. Das war ein großer Schlamassel. Zum Glück hat die niederbayerische Obrigkeit schnell reagiert und die Autofahrer mit neu aufgestellten Schildern vor den neuerdings linksabbiegenden Kröten gewarnt. Gerade noch einmal gut gegangen.
Liebe Grüße von Familie Müller
Lieber Dietmar, danke für diese Geschichte, sie ist wirklich herrlich! Danke auch für das Beweisfoto, das hier zu finden ist: https://wildes-berlin.de/wp/?attachment_id=2807.
Liebe Grüße von Silke